Marsch für Altoona-Park – Wirbel um Kinderkunstlabor. Gruppe um Ex-VP-Stadträtin Ulli Nesslinger will beschlossenes Projekt kippen.

Von Beate Steiner. Erstellt am 08. Juli 2020 (06:02)
Marschierten mit Spruchbändern durch die Innenstadt: Ulli und Friedl Nesslinger mit Gleichgesinnten. Steiner
Steiner

Sorgen um den „letzten Mammutbaum St. Pöltens“ im Altoona-Park macht sich eine Gruppe rund um die ehemalige VP-Stadträtin Ulli Nesslinger.

Auch wenn er kein Unikat in der Landeshauptstadt ist, wird dem kalifornischen Nadelbaum nichts passieren, wenn auf der Grünfläche zwischen Körnerschule und Schulring das KinderKunstLabor gebaut wird, versichert Stadtplaner Jens de Buck.

„Ziel ist selbstverständlich der weitestgehende Erhalt des wertvollen Baumbestands. Letztlich soll die Parkfläche gestalterisch und nutzungsmäßig aufgewertet werden, der integrierte Lärmschutz gegenüber der nördlich vorbeiführenden Landesstraße B 1 soll hierfür einen entscheidenden Beitrag leisten“, so de Buck.

Demo gegen Haus für Kinder im Park

Ein Argument, das ein Dutzend Protestierer nicht wissen wollen: „Wir wollen kein KiKuLa im Altoona-Park.“ Sie marschieren mit Transparenten und Unterschriftenlisten durch die Innenstadt und verteilen Flugblätter.

Unterschriften für das KiKuLa: Jürgen Kremsner (3. v. l.) mit Vizebürgermeister Harald Ludwig und Stadtrat Walter Hobiger (v. l.).
privat

Darin machen sie sich auch Sorgen um die Finanzierung des Projekts: „Und das in einer Zeit, wo auf Grund der Verluste durch die Pandemie, es sogar der Bundesregierung unmöglich ist, ein ordentliches Budget zu erstellen.“

Warum ein solches Projekt gerade jetzt richtig ist und warum sie sich auf das KiKuLa besonders freut, erklärte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Präsentation der Kulturhauptstadt-2024-Projekte: „Mit dieser neuen kulturellen Einrichtung setzen wir in schwierigen Zeiten mit voller Überzeugung ein positives und optimistisches Signal für die Zukunft.“

Büro 2024 bietet Information an

Mit sachlichen Informationen zu den geplanten Vorhaben wollen Jakob Redl und Carolin Riedelsberger überzeugen. Der Projektleiter St.

Pölten 2024 und die Projektleiterin KinderKunstLabor verstehen grundsätzlich, dass bei Neubauvorhaben viele Fragen entstehen und verschiedene Interessen aufkommen. „Deshalb sind wir jederzeit bereit, sowohl das innovative inhaltliche Konzept zu erörtern als auch die Ausschreibungskriterien und die ökologischen Begleitmaßnahmen dieses gemeinsamen Projekts von Stadt und Land im Rahmen des ‚Kunst- und Kulturschwerpunkts St. Pölten 2024’ zu diskutieren.“ Auch eine Gegenreaktion auf Demonstrierer gibt es. St.

Pöltens Kinderfreunde-Vorsitzender Jürgen Kremsner rief mit „Pro KiKuLa“ spontan eine eigene Unterstützungsaktion für die Kinder-Erlebniswelt im Park aus. Der SP-Gemeinderat verteilte gemeinsam mit anderen Aktivisten beim Unterschriftensammeln Luftballons und Popcorn an Kinder.