St. Pölten

Erstellt am 29. September 2016, 05:22

Kapelle in der Trautsonstraße darf geschleift werden. Das Schicksal der Kapelle des ehemaligen Landespensionistenheims in der Trautsonstraße ist besiegelt: Der 1990 unter Denkmalschutz gestellte Jugendstil-Bau wird geschleift. Vandalismus und Vernachlässigung ließen den Jugendstil-Glanz verblassen.

Die ehemals dem Bekenner Vinzenz von Paul geweihte Kapelle wird abgerissen. Das Denkmalamt hob die Unterschutzstellung auf.  |  NOEN, privat

Das Denkmalamt hob seinen Schutz auf, die Säkularisierung der ehemals dem Heiligen Bekenner Vinzenz von Paul geweihten Kapelle ist ebenfalls bereits erfolgt. „Eine ausreichende Denkmalbedeutung im Sinne des Denkmalschutzes ist nicht mehr gegeben“, fasste die Behörde im Bescheid zusammen. Die 1902 bis 1904 errichtete Kapelle sei zwar nicht einsturzgefährdet, sie habe aber in den vergangenen Jahren durch Vandalismus sowie die Vernachlässigung des Vor-Eigentümers viele der wesentlichen Jugendstil-Elemente eingebüßt.

Die Glasmalereien in den Seitenschiffen sind großteils zerbrochen, die Beichtstühle zerstört und die Brüstung der Empore schwer beschädigt, begründet der Bericht. Abgesehen davon habe die Kapelle bereits bei den Umbauten in den 1920er- und 1960er-Jahren viele ihrer ursprünglichen Qualitäten verloren. „An deren Erhaltung besteht folglich kein öffentliches Interesse mehr“, urteilt das Denkmalamt und hob den Denkmalschutz auf.

„Die Abbrucharbeiten werden möglichst staub- und geruchsfrei erfolgen und der gesunde Baumbestand wird erhalten.“

Baueleiter Paul Pfoser, Alpenland

Die Wohnbaugenossenschaft Alpenland informierte die Anrainer in einem Flugblatt darüber, dass auch die Kapelle im Zuge der bereits angelaufenen Abrissarbeiten auf dem 20.000 Quadratmeter großen Areal geschleift wird. Mitte Dezember wird die Firma Zöchling aus Hainfeld damit fertig sein. Danach wird die Schadstoffbefundung erfolgen und ein Architekten-Wettbewerb für die Neugestaltung ausgeschrieben. Auf dem Areal will die Alpenland etwa 200 neue Wohnungen errichten.

Abbrucharbeiten erfolgen möglichst staub- und geruchsfrei

„Wir haben Vorkehrungen getroffen, dass die Abbrucharbeiten möglichst staub- und geruchsfrei erfolgen und der gesunde Baumbestand erhalten wird“, betont Bauleiter Paul Pfoser. Die gesunden Bäume werden in ein eigenes Grünraumkonzept integriert, das ebenso Bestandteil des Architekten-Wettbewerbs sein wird wie ein eigenes Mobilitätskonzept.

2018 könnte dann mit den Bauarbeiten für die neue Wohnhausanlage begonnen werden. Die Zeit dränge aber nicht, betont Pfoser: „Das ist für uns ein Vorsorge-Grundstück, auf dem wir etwas Besonderes errichten wollen.“