Halle soll Gestank eindämmen. Geruchsintensive Tätigkeiten auf der St. Pöltner Deponie am Ziegelofen sollen hinter verschlossenen Türen erledigt werden. Anrainer starten Geruchs-Tagebuch.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 15. Juni 2021 (14:08)
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Eine Halle soll das Geruchsproblem lösen, daran arbeiten Bürgermeister Matthias Stadler (l.) und Stadtbaudirektor Wolfgang Lengauer.
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Die Anrainer der Deponie „Am Ziegelofen“ wollen etwas gegen den Gestank tun. Sie richten eine Mailadresse ein, um „Geruchsereignisse“ zusammenzutragen. Zwischenzeitlich bastelt die Stadt an einer Lösung. Der Geruch soll durch eine Halle eingedämmt werden.

Eine Lösung des Geruchsproblems könnte nun die Stadt liefern. Sie wird der Firma Zöchling ein 8.900 Quadratmeter großes Grundstück verkaufen. Dieses grenzt an die mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage des Deponiebetreibers. Darauf wird die Firma Zöchling eine geschlossene Halle errichten, die über eine Abluftreinigung verfügt. Geruchsintensive Abfälle können künftig darin zur Weiterverarbeitung zwischengelagert werden.

Außerdem werden weitere Bereiche der städtischen Abfallwirtschaft vom Wirtschaftshof in der Weiterner Straße auf die Deponie in der Linzer Straße 145 übersiedelt. Damit erhofft sich die Stadt zudem eine weitere Reduktion des Lkw-Verkehrsaufkommens in der Stadt. „Die Lebensqualität der Anrainerinnen und Anrainer ist uns ein vordringliches Anliegen und so haben wir uns ungeachtet der Zuständigkeiten dazu entschlossen, Maßnahmen zu treffen, die diese Geruchsbelästigungen künftig verhindern sollen“, erklärt Bürgermeister Matthias Stadler. Er lobt auch die konstruktiven Gespräche mit Johann Zöchling.

Mit Geruchstagebuch Gestank dokumentieren

Die Lebensqualität von Anrainer Jürgen Komma hat in den letzten Monaten stark unter der Deponie gelitten. Seit Monaten kämpft er gegen den Gestank. Er führt ein Geruchstagebuch, darin notiert er den Ort, an dem es stinkt, die Intensität und die Art des Geruchs. Nun fordert er seine Nachbarn dazu auf, es ihm gleichzutun und ihn mit ihren Geruchswahrnehmungen zu unterstützen. Er richtete eine Webadresse ein, auf der die Besucher selbst ihr Geruchstagebuch führen können (geruch@gmx.info).

Mit seinen Ergebnissen wandte sich Komma auch hilfesuchend an die Landesabteilung für Anlagenrecht. Dort wurde eine Untersuchung angeordnet. „Im April wurden olfaktometrische Messungen vorgenommen und durch den Amtssachverständigen für Luftreinhaltung festgestellt, dass der Emissionsgrenzwert für Geruch eingehalten wird“, erklärt die zuständige Bearbeiterin Heidelinde Grubhofer. Gleiches behauptet Depo.