St. Pöltner hat seine Harmonika nach Diebstahl zurück. Ende gut, alles gut: Musikpädagoge Andreas Brunnthaler hatte sein Instrument bei der Andreaswarte vergessen. Es verschwand spurlos. Nun forschte die Polizei den dreisten Dieb aus.

Von Alex Erber. Erstellt am 01. April 2020 (05:53)
Die Polizei hat Andreas Brunnthaler seine wertvolle Harmonika vor wenigen Tagen übergeben.
privat

Andreas Brunnthaler ist vor wenigen Tagen ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen. Beamte der Polizeiinspektion Herzogenburg haben jenen Mann ausgeforscht, der ein wertvolles Instrument des Musiklehrers gestohlen hat.

Wie ausführlich berichtet, brach Brunnthaler (44) an einem milden Februar-Tag zur Andreaswarte auf und spielte dort ein Ständchen auf einer Steirischen Harmonika der Marke „Öllerer“. Wert: mehrere tausend Euro.

Als der Musiker nach Hause kam, bemerkte er, dass er seinen Rucksack offenbar bei der Warte vergessen hatte. Im Rucksack befand sich das Instrument. Sofort eilte der St. Pöltner nach Kapelln zurück, doch der Rucksack und mit ihm das Instrument waren verschwunden. Aus dem Platz bei der Andreaswarte wurde ein Tatort.

Die Hoffnung schwand, trotz Aufrufen in Print- und sozialen Medien blieb die Harmonika, ein Unikat, wie vom Erdboden verschwunden.

Unbekannter erkundigte sich nach Finderlohn

Der Dieb brachte schließlich die Polizei selbst auf seine Spur. Mit unterdrückter Telefonnummer rief er bei Brunnthaler an, faselte davon, dass er die Harmonika möglicherweise bei einem Flohmarkt in Wien gesehen hätte. Das Unterdrücken der Rufnummer erklärte er damit, dass sein Sohn versehentlich auf eine falsche Taste des Handys gedrückt und dadurch die Nummer ausgeblendet habe.

Sicherheitshalber erkundigte sich der Unbekannte jedoch gleich nach einem Finderlohn, hinterließ eine reale Rufnummer, die dann nicht seine Nummer war.

Mit Genehmigung der Staatsanwaltschaft verfolgte die Polizei die unterdrückte Rufnummer zurück. Sie führte zu einem Mann aus dem Raum Böheimkirchen, der nicht von dort stammt, sondern zugezogen war. Für die Exekutive jedenfalls entpuppte er sich als kein Unbekannter, mehrere kleinere Delikte dürften bereits auf sein Konto gegangen sein.

Der dreiste Täter ist auf freiem Fuß angezeigt worden. Weil das Instrument derart teuer ist, kann von „Fundunterschlagung“ keine Rede sein, der Mann wird sich wohl wegen mutmaßlichen Diebstahls vor Gericht verantworten müssen.