WISA: Eine Ära geht in St. Pölten zu Ende. Einen Blick zurück wagt Frank Drechsler auf 38 Messen in St. Pölten. Er geht mit lachendem und weinendem Auge.

Von Gerhard Weber. Erstellt am 06. August 2021 (05:25)
WISA St. Pölten
Ein seltener Gast bei der WISA war Landeshauptmann Erwin Pröll (2. v. r.), dafür umso mehr geschätzt von XXXLutz-Geschäftsführer Martin Lackner (l.), Veranstalter Frank Drechsler und Bürgermeister Matthias Stadler (r.).
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Als Carl-Heinz Drechsler 1983 am Areal rund um die ehemalige Rennbahn den Versuch startete, eine Messe ins Leben zu rufen, gab es viele Skeptiker. Und doch traute sich der Salzburger drüber. Schon damals dabei Sohn Frank – mit jugendlichen 22 Jahren. Nun gehört die WISA nach 39 Jahren der Geschichte an.

WISA St. Pölten
Eine der ersten WISAs fand damals noch vor dem Bau des Regierungsviertels an der Rennbahn statt. 1993 zog die Messe dann in das VAZ.
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„Das größte Schaufenster der Landeshauptstadt“ wurde die WISA genannt und die Messe mauserte sich unter der Leitung von Frank Drechsler zu einer der größten Messen Niederösterreichs. Dazu trug auch jede Menge Prominenz bei. „Wahnsinn, wer sich da aller die Türschnalle in die Hand gegeben hat“, schaut Drechsler zurück.

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2011 konnte Andreas Gabalier noch unerkannt durch die WISA-Zelte streifen. Sein Auftritt war dennoch umjubelt und sicher ein Startschuss seiner Karriere. 
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„Andreas Gabalier hat 2011 zwischen seinen Auftritten noch unerkannt durch die Hallen bummeln können.“ Der „lustigste Gast“ war aber Schlagerstar Roberto Blanco. „Er hat nicht nur unzählige Autogramme geschrieben, sondern alles eingekauft, was nicht niet- und nagelfest war.“ Weniger lustig ging es 2002 zu. Da hätte der Schnee beinahe die Zelthallen zum Einsturz gebracht. „Eine der herausforderndsten Messen“, erinnert sich Drechsler.

WISA St. Pölten
Gerammelt voll war stets das Erlebniszelt. Hier war immer etwas los.
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Dabei konnte er sich stets auf treue Partner verlassen. So waren etwa die Firma Krippl, Schirak und Blum, das Raiffeisen Lagerhaus oder die Firma Marchart vom Start weg mit von der Partie. Sie alle zogen auch mit, als im Jahr 1993 der Standort von der Rennbahn ins VAZ verlegt wurde. Dort wurde alles größer und opulenter. Was blieb, war der Ideenreichtum der Macher und Aussteller. Als Beispiele nennt Drechsler einen Golfsimulator oder eine Kletterwand. Eine echte Sensation war eine Schaubäckerei der Firma Hager. Für Unterhaltung sorgten das „Zirkuszelt“ von Christian Brandstetter, später der Hasenstall von Franky Edlinger. Ein treuer Partner auf der WISA war auch die NÖN. Mit zahlreichen Attraktionen lockte die Medienmarke Jahr für Jahr vor die NÖN-Bühne.

Nun zieht Drechsler mit einem lachenden und einem weinenden Auge einen Schlussstrich unter die WISA-Ära und gibt das Messe-Zepter an die MCG Graz weiter: „Insgesamt waren es wunderschöne Jahre.“