Keramik aus dem 3D-Drucker in Wilhelmsburg. Design-Studierende und Fachleute entwickelten Perspektiven für die heimische Keramikproduktion.

Von Caroline Böhm. Erstellt am 04. Februar 2021 (03:46)
Die Studierenden präsentierten ihre Projekte in der ehemaligen Produktionsstätte.
NDU

Was wäre, wenn die Wilhelmsburger Geschirrfabrik wieder zum Leben erwachen würde? Ein Semester lang spielten Studierende der New Design University (NDU) in St. Pölten mit diesem Gedanken. Bei einer Exkursion lernten sie zunächst die Geschichte der ehemaligen Produktionsstätte kennen. Außerdem tüftelten sie an zukunftsweisenden Formen und Techniken, etwa mithilfe eines Keramik-3D-Druckers.

Im Rahmen des Projekts beleuchteten auch Fachleute die Keramikproduktion aus verschiedenen Perspektiven. Ihre Überlegungen reichten dabei von der „keramischen Identität“ bis hin zum Best-Practice-Beispiel einer Vorarlberger Fliesenmanufaktur. Einig waren sie sich beim großen Potenzial des Geländes und dem wachsenden Stellenwert lokaler Fertigung.

Durch die Kooperation mit der NDU fühlt sich Manfred Schönleitner, Direktor des Wilhelmsburger Geschirrmuseums, in seinem Lebensziel bestärkt. „Ich stehe nicht mehr alleine da und das motiviert mich weiterzumachen“, freut er sich. Aktuell plant er eine Schauproduktion samt Shop.

Die praktischen und theoretischen Entwürfe bündelt die Publikation „Beyond Daisy“. Sie ist als Teaser für eine Ausstellung inklusive Vernetzungstreffen gedacht. Unter folgendem Link ist sie abrufbar: issuu.com/newdesignuniversity/docs/ndu_beyond-daisy_de