Einbrecher argumentiert mit gebrauchten Socken. Trotz DNA-Spuren bestreitet ein Mann einen Einbruch. Es soll ein anderer gewesen sein, der die gebrauchten Socken des Angeklagten anstelle von Handschuhen benutzt haben soll.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 04. Dezember 2020 (17:05)
Symbolbild
Shutterstock.com, sirtravelalot

Über ein Vordach und durch das Toilettenfenster soll ein 50-Jähriger im Jänner in ein Wohnhaus eingestiegen sein und Bargeld sowie Schmuck im Wert von geschätzt 10.000 Euro gestohlen haben. Das sei nicht er gewesen, sondern ein Bekannter, behauptet der Angeklagte und das trotz eines ihm zuordenbaren DNA-Abriebs am Fensterbrett des Hauses.

„Sehen Sie Herr Richter, das kann gar nicht ich gewesen sein“, sagt er und deutet nach unten „Ich habe seit Jahren ein steifes Bein, ich hätte da gar nicht raufklettern können. Außerdem hätte ich nicht durch das Fenster gepasst, ich hatte mehr Kilo damals.“
Wie erklärt er sich dann aber die DNA-Spuren? Nun, ganz logisch, so der Angeklagte: Er sei kurz zuvor von einem Auslandsaufenthalt zurückgekommen und habe eine Tasche mit benutzter Kleidung im Auto gehabt. Der Bekannte, der sich sein Auto ausgeborgt hatte und damit einbrechen gefahren war, habe keine Handschuhe dabei gehabt und sich stattdessen benutzte Socken des Angeklagten übergezogen. So habe ihm das der Bekannte nach der Tat erzählt. Dumm nur, dass diesen Bekannten vor Gericht niemand befragen kann, der ist nämlich kürzlich verstorben.

Der Richter ärgert sich eine Weile mit den, wie er sagt, „schleißigen Tatberichten der Polizei“ herum, die anscheinend einiges offen lassen. Weil der Richter nicht beurteilen kann, ob DNA-Spuren über gebrauchte Socken übertragen werden können, wird das nachgeprüft. Sportsocken, Baumwolle - erklärt der Angeklagte. Die Verhandlung muss vertagt werden.
Schuldig bekennt er sich allerdings zu einem zweiten Einbruch in ein Wohnhaus in Vorchdorf (Oberösterreich), in diesem Fall dürften keine Socken im Spiel gewesen sein.