Eine neue Heimat scheint gefunden. Nach jahrelangen Diskussionen hat Stadt entschieden: Der zweitälteste Fußballklub der Stadt soll auf den Kremser Berg ziehen.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 21. April 2021 (04:31)
Da soll sie entstehen, die neue Sportanlage des SC St. Pölten. Jugendleiter Markus Pitgursky und seine ungeduldigen, aber jetzt hoffnungsvollen Kids haben den kürzesten Weg hinauf schon gefunden.
SC St. Pölten, SC St. Pölten

Nach dem SC Harland ist der SC Inkasso Blum St. Pölten Union Landhaus (gegründet 1913) der älteste Fußballverein der Stadt St. Pölten. Der „alte“ SC hat sich aber speziell in den letzten Jahren einen tollen Namen im Bereich der Nachwuchsarbeit gemacht – so betreut das Trainerteam rund um Jugendleiter Max Pitgursky fast 150 Kinder und Jugendliche. Auch dadurch stieß man am aktuellen Standort in der Plochbergergasse an seine Kapazitätsgrenzen. Und seit die Stadt seine Zusage sowohl für die Zurverfügungstellung des „Sturm-19-Platzes“, als auch des Alternativgeländes zwischen ehemaliger Glanzstoff und Traisenpark zurückzog, war ungewiss, wo der Verein seine neue Heimstätte finden würde.

Nun kann Obmann Erich Sumetsberger aufatmen. Nach all den zähen Verhandlungen mit der Stadt ist man sich über den neuen Standort der Sportanlage einig. Mit dem alten Platz war ja kein Staat mehr zu machen — ohne Trainingsgelände, ohne Parkplätze, dafür aber einem bröckelnden Betriebsgebäude!

Stadlers Lieblingsplatz bei der Gartenstadt

„Auch wenn noch nichts unterschrieben wurde, dürfte nun alles sehr schnell gehen“, fühlt sich Sumetsberger „fast schon überrumpelt“ von der letztwöchigen Ankündigung der Stadt, nun bei Planer Armin Kubat von der KPP-Consulting, der schon den Neubau bei der Stadtsportanlage konzipierte, eine Machbarkeitsstudie für eine Sportanlage des SC in Auftrag geben zu wollen. Diese sieht den Standort nahe der Gartenstadt am Kremserberg vor.

Sumetsberger ist froh, dass es eine Entscheidung gibt, auch wenn es nun wohl jener Ort wird, den Bürgermeister Matthias Stadler von Anfang an ins Auge gefasst hatte und gegen den einige Vorstände und Mitglieder des SC lange Sturm gelaufen waren — im wahrsten Sinne des Wortes. Sie hätten nämlich lieber die aufgelassene Anlage von Sturm 19 bezogen. Dort entsteht aber bekanntlich ein Park für die immer größer werdende Einwohnerzahl der Stadt.

Der nunmehrige Standort hinter dem städtischen Wirtschaftshof soll Teil eines umfassenden städtebaulichen Entwicklungsprojekts werden – mit der seitens des Vereins geforderten zeitgemäßen, den heutigen Standards entsprechenden Infrastruktur, den am Standort notwendigen Wind- und Sicht-schutzmaßnahmen sowie einer direkten und sicheren AnbindungansRadwegenetzderStadt. Die Stadtverantwortlichen sind sich sicher, dass auch für Letzteres eine passende Lösung gefunden werden kann, schließlich sei das Radwegenetz bis zur Lourdeskirche toll ausgebaut. „Es muss noch die Steigung zum Wirtschaftshof überwunden werden“,weißderLiegenschaftsbeauftragte Christoph Schwarz.

„Nach all den Jahren freut es uns doch, dass jetzt ein wichtiger Schritt in Richtung Umsetzung der Baumaßnahmen passiert, denn das ist für die Fortsetzung unserer erfolgreichen Jugendarbeit extrem wichtig“, ist auch SC-Sportvorstand Walter Steindl erleichtert. Denn gerade mit der Jugend hat man beim SC noch viel vor! Entscheidend für den Klub ist daher die Umsetzung eines gut beleuchteten Fahrradwegs zum Fußballplatz.

„Was bis vor Kurzem nicht so absehbar war, ist die Anbindung der neuen Anlage an die Gartenstadt, die schon in einigen Jahren abgeschlossen sein könnte“, erklärt Sumetsberger, der mit seinem Verein nur nicht in der Stadtperipherie landen wollte. „Die Zusage des Bürgermeisters für die Umsetzung eines Kinder- und Jugendfußballzentrums mit zeitgemäßer Infrastruktur gab es ja schon länger. Jetzt ist es endlich soweit!“, bedankt er sich.

Konzeptantrag bei Gemeinderatssitzung

Auch Stadtoberhaupt Stadler ist froh, „eine gute Perspektive für die Sportler und Funktionäre, sowie die Stadt“ anbieten zu können. Der Antrag für ein entsprechendes Konzept soll in der kommenden Gemeinderatssitzung beschlossen werden.