St. Pölten wird stufenloser. St. Pölten hat bei Barrierefreiheit Innsbruck überholt. 39 Prozent der Geschäfte haben noch Hürde vor Eingang.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 26. Februar 2020 (03:54)
Das Tor zur Kremser Gasse in St. Pölten
NOEN, St. Pöltner Innenstadt.

In 61 Prozent der Geschäfte in St. Pöltens Einkaufsstraßen kommt man mittlerweile barrierefrei. Damit hat die NÖ Landeshauptstadt Innsbruck überholt und sich an die Spitze in der neuen Studie des ÖZIV-Bundesverbands gesetzt.

Die Interessensvertretung für Menschen mit Behinderung, in der auch der Club 81 Mitglied ist, hat 1.388 Geschäfte vier Städten untersucht. Innsbruck liegt jetzt knapp hinter St. Pölten, Salzburg und Eisenstadt bei rund 40 Prozent. In den Wiener Einkaufsstraßen waren es im Vorjahr 40 Prozent.

Die Verbesserung von 57,6 auf 61 Prozent führt der ÖZIV vor allem auf den Umbau der Kremser Gasse zurück. Dort sind jetzt rund drei Viertel der Geschäfte stufenlos erreichbar. Am anderen Ende der Liste liegt die Wiener Straße mit 50 Prozent.

Große Unterschiede zwischen Branchen

Im Branchenvergleich verfügten nur Einkaufszentren und der orthopädische Fachhandel zu 100 Prozent über stufenlose Eingänge. Bei Bank und Post gab es eine deutliche Verbesserung auf knapp 83 Prozent. Die Gastronomie schnitt mit rund 46 Prozent eher schlecht ab.

Dass sich St. Pölten an die Spitzenposition schieben konnte, sieht der Club 81 auch als Erfolg seiner Arbeit und Auftrag, sich weiter um die Anliegen zu bemühen. Ein besonderes Augenmerk will der Club 81 auf die barrierefreie Gestaltung des Domplatzes legen. Weil laut Gesetz sogar alle Geschäfte barrierefrei zugänglich sein müssten, seien allerdings noch viele Anstrengungen erforderlich, um von einer wirklich barrierefreien Stadt sprechen zu können.