Staatsvertrag in St. Pölten. Zum ersten Mal gibt Russland eine Kopie des geschichtsträchtigen Dokuments aus der Hand. Diese wird im Haus der Geschichte zu bewundern sein.

Von Maria Prchal. Erstellt am 16. August 2017 (05:35)
NOEN, Maria Prchal
Botschafter Dmitrij Ljubinskij überreichte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Stefan Karner (von links) vom Haus der Geschichte eine Replika des Staatsvertrags.

Das Original des österreichischen Staatsvertrags liegt sicher verwahrt in Moskau. Auf der Schallaburg und im Belvedere konnten Besucher bereits zweimal eine Kopie des historischen Dokuments bewundern. Jedoch immer nur auf Zeit. Nun verschenkte Russland zum ersten Mal in der Geschichte ein Faksimile des Staatsvertrages.

Dieses wird in der Dauerausstellung des Haus der Geschichte zu bewundern sein. Von der Schatulle über die Wachssiegel bis zur grünen Tinte, mit der Leopold Figl unterschrieb, wurde alles genau nachempfunden. „Das ist ein Stück österreichischer Geschichte“, so Stefan Karner, wissenschaftlicher Leiter, zur Schenkung durch Botschafter Dmitrij Ljubinskij an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Ab 10. September im "Haus der Geschichte"

Das geschichtsträchtige Exponat ist ab 10. September im Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich zu bewundern. Dabei krönt es eine Auswahl mit rund 1.500 Objekten, unter denen sich Highlights wie der Mercedes von Leopold Figl befinden. Einige der Exponate wurden durch Sammelaktionen in der Bevölkerung zusammengetragen. So etwa ein Puppenofen aus der Ersten Republik, der scheinbar wegen der Armut wirklich zum Kochen benutzt wurde.

Bis sich die Tore in die Vergangenheit öffnen, fehlt nur mehr der letzte Schliff: „Die Aufbauarbeiten gehen zügig voran. Schritt für Schritt werden die Objekte in die Vitrinen eingeschlossen“, so Museum NÖ Geschäftsführer Matthias Pacher. Besonders wertvolle Exponate werden erst zeitnah zur Eröffnung geliefert. Die Arbeit an der Dauerausstellung ist mit der Eröffnung aber nicht abgeschlossen: Das Haus der Geschichte ist so konzipiert, dass in Form von Installationen immer wieder auf tagesaktuelle Ereignisse eingegangen werden kann.