Stadt blickt auf erfolgreiches Jahr zurück. Stadt blickt auf wirtschaftlich erfolgreiches Jahr zurück. Nun soll das Image außerhalb der Stadtgrenzen verbessert werden.

Von Thomas Werth. Erstellt am 30. Januar 2018 (05:34)
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Stadtchef Matthias Stadler möchte das Image St. Pöltens als lebenswerte Stadt aufpolieren.

Was macht St. Pölten attraktiv und sexy? Dieser Frage gingen beim Neujahrsempfang Bürgermeister Matthias Stadler, Plattform-2020-Obmann Josef Wildburger, Wolfgang Mangold, der im Februar sein neues Hotel eröffnet, und Voith-Geschäftsführer Leopold Heninger nach.

„Mit Muckis,  Herz und Hirn“ 

Denn während die Wirtschaftsdaten für die Stadt sprächen, hinke das Image nach außen den Zahlen hinterher, so Bürgermeister Matthias Stadler: „Es geht nun darum, das Image zu wandeln und zu zeigen, wofür St. Pölten steht, und den Status als lebenswerte Wohnstadt noch mehr zu etablieren.“ Gelingen soll dies laut Stadler mit Kraft, Herz und Hirn. Mit diesen drei Schlagworten will die Stadt ihre Stärken verdeutlichen.

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Leopold Heninger sprach über den Industriepark InnoWerk vor und den Vorteil des Standorts St. Pöltens.

Kraft: 2017 stieg die Kommunalsteuer um 3,7 Prozent und erreichte mit 29,4 Millionen Euro einen neuen Rekordwert. Seit 2002 nahmen die Einnahmen aus dieser Steuer um fast elf Millionen Euro zu – das zeigt die Wirtschaftskraft der Stadt. Über die städtische Wirtschaftsservicestelle ecopoint konnten im Vorjahr 31 Betriebe angesiedelt oder erweitert werden. 3.676 Unternehmen gab es Ende 2017 in der Stadt. Einen Beitrag dazu leistet der Industriepark InnoWerk von Voith. „Autobahn- und Schienenanbindung sind entscheidende Standortvorteile“, so Heninger.

Auch im Budget seien die „Muckis“ sichtbar. „Das Investitionsvolumen liegt weit über 200 Millionen Euro. Die Stadt zeigt einmal mehr ihre Bedeutung als Wirtschaftsmotor für den Zentralraum“, so Stadler.

Herz: Mit der Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2024 habe die Stadt eine Entscheidung getroffen, von der ähnliche Auswirkungen wie von der Landeshauptstadt-Entscheidung 1986 erwartet werden, betont Stadler. Es gehe nun darum, die vorhandene Kultur sichtbar zu machen und Neues entstehen zu lassen. „Wenn wir mit Herz dabei sind, dieses Kulturprojekt umzusetzen, dann sprechen wir auch die Herzen der Gäste an und können unseren Lebensstil authentisch vermitteln.“

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Plattform-2020-Obmann Josef Wildburger lobt die Entwicklung, sieht aber noch viel Arbeit.

Hirn: Rund 60.000 Bildungsplätze bietet St. Pölten – vom Kindergarten über die Lehre bis zur Hochschule. Diese Zahl soll deutlich erhöht werden. In die Kindergärten werden in den kommenden Jahren 7,3 Millionen Euro investiert und elf neue Gruppen geschaffen. 47 Millionen Euro fließen in den heuer startenden Ausbau der FH. Im Herbstsemester soll außerdem die Bertha-von-Suttner-Privatuni den Betrieb aufnehmen. Die Zahl der Studierenden soll sich infolge auf über 5.000 erhöhen. Stadler: „Quantität alleine ist aber zu wenig. Deshalb wurde im Herbst 2017 das Weißbuch Bildung mit Stärken, Schwächen und Visionen des Bildungsstandorts präsentiert.“

Hausaufgaben für den Imagewandel

Die Hausaufgaben für den Imagewandel wurden gemacht, wie Stadler betont: „Mit Grünraum-, Generalverkehrs- und integriertem Stadtentwicklungskonzept haben wir die Grundlagen für die Entwicklung der Stadt gelegt.“ Auf dieser Basis könne man Kulturentwicklungsplan und die Masterpläne für Innenstadt und Bildung weiterentwickeln. „Wir sind ein gutes Stück vorangekommen, aber es gibt noch viel zu tun“, so Wildburger. „Wir wollen uns 2024 nicht nur präsentieren, sondern auch nicht blamieren. Dafür müssen wir rasch noch nicht erledigte Hausaufgaben in Angriff nehmen“, spricht der Plattform-Obmann etwa Markt- und Domviertel, Linzer Straße und Neugebäudeplatz an.