„Er war beeindruckend!“. Legende Hannes Thanheiser ist in seinem 89. Lebensjahr verstorben. Sein Wirken ist in 120 Filmen verewigt. Felix Mitterer nennt ihn im NÖN-Gespräch einen „großen Menschen“.

Von Mario Kern. Erstellt am 25. Juni 2014 (07:56)
NOEN, Kern
Anfang April scherzte Hannes Thanheiser noch beim NÖN-Foto im Cinema Paradiso und sprühte bei der Premiere von »Unendlich Jetzt« (im Bild: Roman Pachernegg und Christoph Wagner vom Kino) vor Humor.
Mit seiner Ruhe und seinem Gespür für die stillen Seiten des Lebens hat Hannes Thanheiser das Filmwesen und die Kulturlandschaft bereichert – nun ist die große österreichische Filmlegende im 89. Lebensjahr nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben.

„Großartiger Mensch mit tiefem Gefühl für Musikalität“

Der gebürtige Wiener, der sich eine Oase der Ruhe am Rittersitz Würmling in Hafnerbach errichtet hatte, hinterlässt seine beiden Söhne Sebastian und Albert mit ihren Familien und seine langjährige Lebensgefährtin Vivienne Lipscombe: „Er war ein großartiger Mensch, voller Humor, Herzenswärme und Lebensfreude. Mit einem tiefen Gefühl für Musikalität, Kunst, Spiritualität und Gastfreundschaft sowie einem großen Freundeskreis ausgestattet“, so die Familie im NÖN-Gespräch.

Zu seinen menschlichen Qualitäten gesellen sich zahlreiche künstlerische Auszeichnungen: der Federico Fellini Preis, Auftritte bei den Tiroler Festspielen, der Prandtauerpreis der Landeshauptstadt, eine Oscar-Nominierung für seine Darbietung in „Revanche“ und vieles mehr.

In über 120 Filmen hat Thanheiser mitgewirkt, hat im Theater an der Josefstadt und auch am Landestheater St. Pölten auf der Bühne gestanden. „Der Tod von Hannes Thanheiser ist ein großer Verlust für das Theater und den Film. In beiden Medien hat er beeindruckende schauspielerische Leistungen gezeigt“, streut Intendantin Bettina Hering Thanheiser Rosen.

„Hannes war ein Ausnahme-Künstler“

Literat Felix Mitterer, der für das Theater das Stück „Glanzstoff“ schreibt, kannte Thanheiser seit 1982. „Ich habe ihn so sehr geschätzt als Mensch, weil er unter anderem so beschieden, so weise, so froh war. Er war einfach sehr beeindruckend“, so Mitterer im NÖN-Gespräch. Thanheiser bezeichnet er als seinen Lieblingsschauspieler und als großen Menschen. „Ich wollte ihn im Sommer in Würmling besuchen. Es tut weh, wenn so einer geht. Ich habe ihn sehr geliebt.“

Im Cinema Paradiso besuchte Thanheiser Anfang April dieses Jahres die Premiere von Roman Pacherneggs Film „Unendlich Jetzt“, in dem er mitwirkte. „Hannes war ein Ausnahme-Künstler und ein warmherziger, freundlicher und witziger Menschenfreund“, sagt Cinema-Geschäftsführer Alexander Syllaba.

Thanheiser war zudem ein großer Musiker und Akkordeon-Virtuose. Seine Freunde Joe Zawinul und Friedrich Gulda gingen in seinem 1954 eröffneten Wiener Jazzlokal Studio 1, dem heutigen Porgy und Bess, ein und aus. Auch am St. Pöltner Höfefest geigte er mit seiner Combo Café Schmalz auf. Organisatorin Daniela Wandl erinnert sich gerne an den charismatischen Künstler: „Er war keiner, der sich für den Erfolg verbiegt, sondern sein Ding macht, egal ob als Musiker oder als Schauspieler. Auch dafür hab ich ihn sehr bewundert.“

Die Verabschiedung von Hannes Thanheiser findet am Samstag, 28. Juni, um 14 Uhr am Friedhof Neidling statt.