Universitätsklinikum hat modernen Zubau bekommen. Das 227 Millionen Euro teure Haus C ist fertig. Ab 15. März werden hier Patienten versorgt.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 23. Januar 2018 (05:39)
Eröffneten das neue Haus C des Universitätsklinikums St. Pölten: Pflegedirektorin Michaela Gansch, der Kaufmännische Direktor Bernhard Kadlec, Landeskliniken-Holding-Regionalmanagerin Christa Stelzmüller, der kaufmännische Landeskliniken-Holding-Geschäftsführer Helmut Krenn, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihr Stellvertreter Stephan Pernkopf, Projektleiterin Bianca Schöller von der NÖ Landeskliniken-Holding, Projektleiter Wolfgang Zehetner von der Abteilung Landeshochbau beim Amt der NÖ Landesregierung und der Ärztlicher Krankenhaus-Direktor Thomas Gamsjäger (von links).
NOEN, NLK Burchhart

Bis zu 350 Arbeiter waren pro Tag damit beschäftigt, das Haus C des Universitätsklinikums St. Pölten zu errichten. In der Vorwoche wurden die Arbeiten nach fast vierjähriger Bauzeit offiziell beendet, der 227 Millionen Euro teure Neubau eröffnet. Seit Anfang der Woche werden die Mitarbeiter auf die neuen medizinischen Geräte eingeschult, ab 15. März werden hier Patienten versorgt. Beim Tag der offenen Tür machten sich über 2.500 Besucher ein erstes Bild vom Neubau.

Universitätsklinikum St. Pölten als Vorzeige Projekt

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner strich beim Eröffnungsfest die Bedeutung der Investition für die Stadt, aber auch das Bundesland hervor: „Das Universitätsklinikum St. Pölten ist nicht nur eines der besten und größten Krankenhäuser Österreichs, es spielt eine zentrale Rolle in der Kooperation mit allen anderen Spitälern in Niederösterreich.“

Sie erinnerte zugleich an die heftigen Diskussionen, von denen die Übernahme der Gemeindespitäler durch das Land zwischen 2003 und 2008 begleitet waren. Dass anders als beim Bau des Krankenhauses Wien-Nord der geplante Finanzrahmen eingehalten wurde, sei kein Zufall, sondern die Folge einer sorgsamen Finanzpolitik, betonte Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Vom Heliport mit dem Lift in den Schockraum

Die Krankenhaus-Leitung betonte, dass die Mitarbeiter in den gesamten Planungsprozess eingebunden waren. Dadurch seien kurze Wege ebenso garantiert wie effiziente Abläufe. Ein Beispiel dafür ist das neue Notfall- und Unfallzentrum. Mit dem Notarztwagen eingelieferte Patienten, werden künftig nur mehr wenige Meter bis zur Versorgung in einem der Schockräume transportiert. Bis zu vier lebensbedrohte Personen können hier zugleich betreut werden. Die zehn darüber liegenden OP-Säle sind direkt an den Lift angebunden, einer der OP-Säle ist sogar mit einem Computer-Tomographie-Gerät ausgestattet. Der Patient kann also auf dem OP-Tisch mittels CT untersucht werden.

Mit dem Hubschrauber eingelieferte Notfall-Patienten, werden ebenfalls mit dem Lift direkt in den OP-Bereich transportiert. Das spart wertvolle Sekunden, erklärte der ärztliche Direktor Thomas Gamsjäger. Ein zweites Beispiel ist das neue interdisziplinäre Aufnahmezentrum im Erdgeschoß. Ist eine Aufnahme am Abend notwendig, wird den Patienten im Bereich der Notaufnahme für die Nacht ein Bett zugewiesen. Erst am nächsten Tag erfolgt die Überstellung auf die entsprechende Station.

Kaisergarten wurde erhalten

Eine der Herausforderungen in der Planung war es, den denkmalgeschützten Kaisergarten aus 1895 zu erhalten. Dieser wurde als „Ruheoase“ eingebunden, betonte Kaufmännischer Direktor Bernhard Kadlec. Ganz ruhig wird es in diesem Garten vorerst aber nicht sein. Sobald der Pavillon leer ist, wird mit den Abrissarbeiten begonnen. Mitte 2019 soll dann nicht nur die Gesundheitsstraße Haus G das Haus C mit dem Haus B verbinden, sondern auch mit den Bauarbeiten für das Haus D begonnen werden. Dessen Eröffnung ist 2022 geplant. Danach wird mit dem Abriss des Hauses A die letzte Etappe der Umstrukturierung des Universitätsklinikums in Angriff genommen.