Hackerangriff auf HTL St. Pölten

Erstellt am 22. April 2022 | 12:44
Lesezeit: 2 Min
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Die HTL St. Pölten wurde von "Black Cat" attackiert
Foto: HTL St. Pölten
Angreifer schleusten Trojaner ein und wollten Geld. Schülerdaten sind keine betroffen. Auch der Matura steht laut Direktor Pfeffel nichts im Weg.
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"Es ist, als hätten sie uns die Schulbücher verschlüsselt", beschreibt HTL-Direktor Martin Pfeffel dir Auswirkungen eines Hackerangriffs auf die St. Pöltner Schule. Der Kryptotrojaner "Black Cat" sollte wahrscheinlich Daten abgreifen, gelungen ist den Angreifern nur eine Verschlüsselung des sogenannten "pädagogischen Netzwerk". 

Das bedeutet, die Standgeräte in der Schule mit Programmen und Unterrichtsmaterialien sind gesperrt. Schülerdaten, Noten oder andere sensible Bereiche sind zusätzlich geschützt und damit nicht betroffen. Die vermutlich ausländische Hackertruppe muss sich mit Schülerzeichnungen und dergleichen begnügen.

Trotzdem müssen jetzt 1.100 Rechner neu aufgesetzt werden. Für die Matura ist aber schon alles vorbereitet. Die Basisstrukturen laufen, für alles Weitere möchte man sich Zeit lassen, "damit das dann wirklich passt und noch besser funktioniert". Ein einfacher Virenschutz reiche einfach nicht mehr aus, weswegen die HTL verstärkt auf Künstliche Intelligenz setzt.

Informatik-Abteilung zu gut geschützt

Eine Abteilung ist nicht betroffen: die für Informatik und Cybersecurity. Und weil die HTL eben die Spezialisten im Haus hat, wurde der Angriff schnell entdeckt und an Lösungen gearbeitet.

Pfeffel erstattete Anzeige bei der Polizei und der Datenschutzbehörde. Auch das Bildungsministerium ist informiert. Der "Ferrari unter den Viren", wie die Polizei ihn nennt, hatte anscheinend schon bei mehreren Unternehmen und Institutionen zugeschlagen. 

Angeblich will die Hackertruppe Schulen verschonen. Aber: "Wenn man sich nur unser Netzwerk anschaut, könnte man uns auch für einen Industriebetrieb halten", erklärt der Direktor.

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