ÖBB-Pendler klagen über Platzmangel. Railjet hat zwei Wagen weniger als IC. Bahn verweist auf neue Zugverbindung.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 21. Dezember 2016 (05:42)
NOEN, APA (Archiv)

Wenig Freude mit dem neuen Fahrplan haben Pendler, die rund um 7 Uhr mit den ÖBB nach Wien fahren. Schuld daran ist eine vermeintliche Verbesserung: Der Inter-City 821 mit Abfahrt um 7.02 Uhr wurde durch einen moderneren Railjet ersetzt. Der Nachteil: Während die alte IC-Garnitur mit neun Wagen, davon sieben der zweiten Klasse, unterwegs war, fährt der Railjet nur mehr mit sieben Wagen, davon fünf der zweiten Klasse.

„Die Folgen könnten sogar die laut PISA-Studie schlecht abschneidenden Schüler abschätzen“, unkt ein NÖN-Leser. Habe er früher beim Einsteigen in St. Pölten manchmal doch noch einen Sitzplatz erhascht, so sei gegenwärtig daran nicht zu denken – man müsse froh sein, wenn man überhaupt in den Zug hineinkomme. Auf die neue 6.45-Uhr-Verbindung (D 621) ausweichen kann der Pendler nicht, weil es aus dem Traisental keinen Anschluss gibt, und der 6.30-Uhr-Zug sei ohnehin heillos überfüllt.

„Wir werden die Entwicklung laufend beobachten und gegebenenfalls reagieren.“

Karl Leitner, ÖBB-Sprecher

Bei den ÖBB hofft man, dass der D 621 die um 6.30 Uhr und 7.02 Uhr abfahrenden Züge entlasten werde „Ziel ist es, damit Kunden zu erreichen, die zeitlich etwas ausweichen können – also in St. Pölten wohnhafte Pendler oder Park & Ride-Kunden“, erklärt ÖBB-Sprecher Karl Leitner. Derzeit werde das Zusatzangebot noch nicht ausreichend genutzt, weshalb die ÖBB verstärkt auf die neue Verbindung aufmerksam machen werden. Und, so verspricht Leitner: „Wir werden die Entwicklung laufend beobachten und gegebenenfalls reagieren.“