Region St. Pölten: Weiterer Verzicht fällt schwer. Das Coronavirus hat seine Spuren hinterlassen. Promis der Region kasteien sich eher wegen ihrer Gesundheit.

Von Beate Steiner, Nadja Straubinger, Gerhard Weber und Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 17. Februar 2021 (03:10)
Die Fastenzeit hat mit dem Aschermittwoch begonnen. Viele Menschen verzichten nun auf Alkohol, Süßigkeiten, Rauchen oder Fleisch.
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Fasten bedeutet Verzicht. Viele nutzten in den vergangenen Jahren die Fastenzeit, um ungeliebte Gewohnheiten abzulegen oder ein paar Kilos abzuspecken. Wegen Corona fällt es manchen heuer jedoch doppelt schwer. Denn verzichtet wurde bislang aufgrund der Einschränkungen genug. Dennoch wollen einige Promis der Region etwas kürzertreten, der Grund dafür ist hauptsächlich die eigene Gesundheit.

„Na ja, die Coronazeit war für den Körper nicht sehr förderlich“, bringt es Fahrschulbesitzer Richard Mader auf den Punkt. Bereits seit Neujahr betreibt er aber wieder regelmäßig Sport. „Mein Ziel ist es, das bis Ostern beizubehalten“, so Mader. Normalerweise hält er seine persönliche Fastenzeit im September ab, denn da falle es ihm leichter, Süßes und Alkohol zu meiden.

„Persönlich werde ich versuchen, mein tägliches Genuss-Bier auf jeden zweiten Tag zu reduzieren.“ Galerist Karl Heinz Maringer

Zehn Tage lang möchte der Ober-Grafendorfer Unternehmer Wolfgang Stix Tee- und Saftfasten betreiben. Wie in den Jahren zuvor zieht er sich in dieser Zeit auch aus dem Betrieb zurück. „Mir geht es ums Abschalten, Regenerieren, Krafttanken. Das Abnehmen ist dann eine positive Nebenerscheinung.“ Seit mehr als 20 Jahren macht Stix diese Entgiftungskur. Nach Ostern will er es heuer erneut angehen.

Für Musikerin Monika Ballwein aus Pyhra hat Fasten stets etwas mit „Reinigung“ zu tun. Sie verzichtet, um bewusster und achtsamer zu werden. In der Fastenzeit sind Süßigkeiten für sie tabu, vor allem bei Schokolade fällt es ihr aber besonders schwer. Heuer sei es eine zusätzliche Herausforderung, nicht nur wegen Corona. Denn nächste Woche beginnt Starmania. „Und damit eine anstrengende Sechs-Tage-Woche für mich“, so Ballwein. Sie versucht dann, mit Nüssen und Co. über die Runden zu kommen.

Auch die Kinder von Familienverband-Geschäftsführerin Bettina Furley – Theo und Melissa – machen bei der „Aktion plus minus“ mit.
Wolfgang Zarl

Das Verzichten in Zeiten wie diesen fällt Karl Heinz Maringer von der gleichnamigen Galerie am St. Pöltner Herrenplatz schwer. Vor allem der Verzicht auf Kunst. „Persönlich werde ich versuchen, mein tägliches Genuss-Bier auf jeden zweiten Tag zu reduzieren“, so Maringer. Das Fasten sei ein guter Schritt, um sich zurückzunehmen.

Verzicht auf Fußball derzeit nicht möglich

Ganz auf die Champions League fokussiert ist Jasmin Eder. Seit Dienstagmittag weiß die SKN-Kickerin und Nationalteam-Spielerin auch, wer der Gegner sein wird. „Auf den Fußball in der Königsklasse kann ich mit meinen Wölfinnen nicht verzichten“, meint Eder. Sie fiebert bereits dem Achtelfinal-Duell gegen das schwedische Team Rosengård entgegen.

Des Glaubens wegen verzichtet Pottenbrunns Pfarrer Sabinus Iweadighi: „In der Fastenzeit geht es etwa darum, verzichten zu lernen und an die Menschen zu denken, denen es nicht gut geht. Das kann jeder anders machen.“ Der Pfarrer möchte selbst auf eine Mahlzeit täglich reduzieren. Er will sich aber auch von den sozialen Medien und dem Fernsehen distanzieren. Anders wird der Auftakt in die Fastenzeit, denn das Auftragen des Aschekreuzes auf die Stirn ist aus Hygienegründen heuer nicht erlaubt.

Ein Angebot für Fastenwillige hat der Katholische Familienverband mit der „Aktion plus minus“ ins Leben gerufen. Für die Teilnehmer ist dies eine Gelegenheit, das eigene Verhalten und eingefahrene Konsummuster zu überdenken. Ziel ist es, einen Vorsatz zu fassen und daran bestmöglich festzuhalten.

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