Helfer für alle Fälle in der Region St. Pölten. Hilfe bei Massentests und Wetterkapriolen forderten die Bezirkswehren.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 05. März 2021 (03:09)
 
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Bezirkskommandant Georg Schröder.
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Weniger Einsätze, aber mehr Stunden leisteten die 114 Freiwilligen Feuerwehren und 13 Betriebsfeuerwehren in Stadt und Bezirk St. Pölten 2020. Insgesamt 9.128 Mal rückten die Feuerwehrleute im Vorjahr aus, statistisch gesehen, alle 58 Minuten. Spitzenreiter mit 4.414 Einsätzen war der Abschnitt St. Pölten-Stadt, dahinter die Abschnitte Purkersdorf mit 1.221 und Neulengbach mit 1.015 Einsätzen.

„Eine große Herausforderung war die Hilfe bei den Massentests im Dezember. Die 127 Feuerwehren unterstützten die Gemeinden bei der Logistik und mit Personal bei den Covid-19-Massentests“, berichtet Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schröder. Einheiten des Feuerwehr-Katastrophenhilfsdienstes des Bezirkes haben die Massentest-Ausrüstung (Schutzanzüge, Masken, Handschuhe, Desinfektionsmittel und -tücher) aus dem Containerterminal des Landesfeuerwehrverbandes in Tulln in die Feuerwehrzentrale nach St. Pölten transportiert. Von hier erfolgte die Belieferung der 45 Gemeinden des Bezirkes.

„Eine große Herausforderung war die Hilfe bei den Massentests im Dezember. Die 127 Feuerwehren unterstützten die Gemeinden bei der Logistik und mit Personal bei den Covid-19-Massentests“

Das Pandemiejahr stellte die Feuerwehren aber auch vor andere Aufgaben. „Die Zahl der Waldbrände sowie Hochwasser- und Sturmeinsätze stieg massiv“, berichtet Schröder. Starke Unwetter in den Gemeinden Haunoldstein und St. Margarethen hielten die Feuerwehren etwa im August in Atem. 500 Mitglieder waren im Einsatz. Schröder erinnert sich: „Neben bis zum Fenster im Erdgeschoß gefluteten Objekten sowie vielen vollgefüllten Kellern mussten die Feuerwehrkräfte gegen ein Aufschwimmen von mehreren Heizöltanks kämpfen sowie Pellets-Lagerräume sichern.“ Außerdem war es notwendig, aufschwimmende Pkw in Garagen zu sichern. Die Aufräumarbeiten dauerten Tage.

„Wir müssen alles tun, um einem sinkenden Teamgeist entgegenzuwirken"

Die Auswirkungen der Pandemie und der Lockdowns spricht der Kommandant ebenso an: Es fanden fast keine Übungen statt und viele Ausbildungen – wie auch alle Feste – entfielen. „Wir müssen alles tun, um einem sinkenden Teamgeist entgegenzuwirken“, appelliert Schröder. Die Freiwilligen Feuerwehren seien ein „Anker für die Jugend“, so der Bezirkskommandant. Es sei wichtig, jungen Menschen eine Arbeits- und Entwicklungsebene zu bieten, das sei in der Freiwilligen Feuerwehr möglich. „Fast 700 junge Menschen sind in der Feuerwehrjugend aktiv“, so Schröder.