Department Gesundheit: Pflege als Handwerk. FH-Studierende helfen bei Corona-Tests. Andrea Kdolsky hält Pandemie nicht für medizinisches Problem.

Von Caroline Böhm. Erstellt am 20. Februar 2021 (03:21)
Studierende, Absolventen und Lehrende aus dem Bachelorlehrgang „Gesundheits- und Krankenpflege PLUS“ waren bei den Corona-Massentests an der FH im Einsatz.
FH St. Pölten

Abstriche machen und Ergebnisse auswerten – an zwei Wochenenden haben Studierende des Studiengangs „Gesundheits- und Krankenpflege PLUS“ bei den Massentestungen geholfen und damit wertvolle Erfahrungen gesammelt. „Es war super, nach ewiger Zeit meine Studienkollegen zu treffen“, erzählt Vanessa Atzinger. Sie findet es wichtig, dass die FH die Tests macht. Auf diesem Weg könnten Studierende ihr Wissen über Infektionskrankheiten erweitern.

Departmentleiterin Andrea Kdolsky ist Fachärztin und ehemalige ÖVP-Politikerin.
Hammer

Mittlerweile gibt es an der FH eine dauerhafte Teststraße für Mitarbeiter und Studierende. „Damit haben wir die Möglichkeit, Cluster zu verhindern“, erklärt Departmentleiterin Andrea Kdolsky. Sie freut sich über das soziale Engagement und die Leidenschaft ihrer Studierenden. Einige helfen zudem ehrenamtlich bei der Hotline 1450.

Inhaltlich wurde das Studium nicht angepasst. „Das würde zu weit führen“, erklärt Kdolsky. Für die Sicherheitsvorkehrungen sei es wichtig, den Übertragungsweg zu kennen. Alles andere sei ihrer Meinung nach Handwerk, das sich nicht ändere. Ohnehin sei die Pandemie ein gesetzliches und logistisches Problem, kein medizinisches. Beispielsweise wäre eine Spritze zu setzen kein Problem, die Haftungsfrage bei einer Impfung jedoch ein anderes Thema.

Eine logistische Herausforderung ist hingegen die Organisation der Pflichtpraktika: Einerseits bergen sie Gefahrenpotenzial, andererseits haben Spitäler derzeit keine Kapazitäten. Atzinger hatte Glück und konnte einen Platz ergattern. Allerdings wurde ihre künftige Station von der Orthopädie und Unfallchirurgie zur Corona-Station umgewandelt. „Ich denke, die Ansteckungsgefahr ist geringer als auf einer normalen Station“, erklärt die 29-Jährige. „Weil man weiß, dass die Leute dort Corona haben, und man extra aufpasst und eine Schutzausrüstung hat.“ Sie habe keine Angst.