Gemeindebau soll Miete senken. Junge Linke fordern 5.000 Kommunalwohnungen. Stadt setzt auf Grundstücksmanagement.

Von Thomas Werth. Erstellt am 04. Juni 2019 (04:12)
Samuel Seitz,Maget Gwenhwyfar und Eric Fitzke (v. l.) von den Jungen Linken St. Pölten fordern 5.000 Gemeindewohnungen.
Junge Linke/ Stefan Glaser

Die 2018 nach der Abspaltung von den Jungen Grünen und anderen Gruppierungen entstandenen „Jungen Linken“ machen mit einer Forderung von sich reden: Sie wollen 5.000 Gemeindewohnungen in St. Pölten. Derzeit betreut die stadteigene Immobiliengesellschaft 1.240 Wohnungen.

Durch eine „Gemeindebau-Offensive“ soll es gelingen, den Mietpreis in der Landeshauptstadt deutlich zu senken. „Gemeindebauten mit vielen Grünflächen und guter öffentlicher Anbindung sind schön, leistbar und klimagerecht“, meint Samuel Seitz.

Es freut mich, dass meine jahrelange Forderung nach neuen Gemeindewohnungen unterstützt wird“

Bei den Gemeinderatsparteien stößt die Forderung auf unterschiedliche Reaktionen. „Es freut mich, dass meine jahrelange Forderung nach neuen Gemeindewohnungen unterstützt wird“, liefert etwa FP-Stadtrat Klaus Otzelberger Schützenhilfe. Aufholbedarf gebe es reichlich. „Etwa bei den Kautionen. Da sind wir mit sechs Brutto-Monatsmieten auch im NÖ-Vergleich nach wie vor viel zu teuer“, setzt er sich für eine Halbierung ein.

„Auf keinen Fall befürworten wir Wohnungen ,von der Stange‘, die uns dann vielleicht auch vermehrt eine Bevölkerungsschicht nach St. Pölten bringen"

Für VP-Vizebürgermeister Matthias Adl ist es wichtig, das beim Wohnungsbau Qualität gegenüber Quantität Vorrang hat. „Auf keinen Fall befürworten wir Wohnungen ,von der Stange‘, die uns dann vielleicht auch vermehrt eine Bevölkerungsschicht nach St. Pölten bringen, mit der die derzeitigen Bürger dann Probleme haben.“ Bei der Kaution sieht Adl ebenfalls Handlungsbedarf: „Es ist eine Frage des politischen Willens der SP-Mehrheitsfraktion, die Kautionen vielleicht auch individuell zu gestalten.“

"Wohnen ist generell eine ziemlich teure Angelegenheit geworden.“

Markus Hippmann von den Grünen begrüßt „jede Maßnahme, die für niedrigere Preise sorgt. Wohnen ist generell eine ziemlich teure Angelegenheit geworden.“ Hippmann hat aber die Hoffnung, dass sich mit dem größeren Wohnungsangebot in St. Pölten die Preise nach unten orientieren werden. Die Forderung Otzelbergers, die Kaution auf drei Monate zu senken, hält er für eine „übertragbare Lösung“.

„Alle Experten bescheinigen das gute Verhältnis zwischen den Kosten und der Lebensqualität.“

Stadtsprecher Martin Koutny betont, dass St. Pölten bei den Mieten zu den preisgünstigsten Landeshauptstädten zählt: „Alle Experten bescheinigen das gute Verhältnis zwischen den Kosten und der Lebensqualität.“ Möglich sei das durch das aktive Grundstücksmanagement der Stadt. „Dadurch gelingt es, die Preise für Wohnbau-Grundstücke niedrig zu halten. Das ist ein wichtiger Faktor für die Höhe der Mieten“, betont Koutny. Zur Höhe der Kaution würden keine Beschwerden vorliegen. „Sie hat sich bewährt, der Sanierungsbedarf ist gesunken.“

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