Riesen-Ansturm auf Anrainer-Karten. In wenigen Stunden waren vergünstigte Tickets weg. Dass Kontingent nicht für alle Festival-Nachbarn reicht, ärgert St. Pöltnerin.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 14. Juni 2019 (05:50)
Archiv/Brenner
Andrang gibt es nicht erst vor der FrequencyBühne, sondern schon beim Ticket-Verkauf.Die Anrainerkarten waren heuer besonders schnell vergriffen.

 Nicht nur die normalen Frequency-Festivalpässe waren heuer in Rekordzeit schon Anfang April ausverkauft. Auch der Andrang für die Anrainerkarten sprengte bei der elften Auflage des Festivals am Traisenufer alle Rekorde – zum Ärger von manchem St. Pöltner.

Schon kurz vor dem Verkaufsstart am Montag belagerten Anrainer das VAZ. „Es bildete sich eine Schlange bis in die Kelsengasse. Um 16 Uhr des ersten Verkaufstages waren alle Karten weg“, informiert Festival-Boss Harry Jenner. Die St. Pöltnerin Claudia Grassl ist deswegen genervt: „Aus beruflichen Gründen war es mir erst möglich, am Mittwoch mit zwei Meldezetteln zum VAZ zu gehen“, erzählt sie der NÖN.

Dass innerhalb weniger Stunden wirklich alle 1.000 Stück an St. Pöltner vergeben wurden, die nah am Geschehen der Riesen-Party sind, kann Grassl nicht glauben: „Das ist mehr als unglaubwürdig“, stellt sie fest und wirft die Frage auf, warum nicht jeder Anrainer eine Karte bekommt.

„Es bildete sich eine Schlange bis in die Kelsengasse. Um 16 Uhr des ersten Verkaufstages waren alle Karten weg“

„Wir müssen uns auch an Gesetze halten. Ich darf 1.000 Stück verkaufen und nicht so viele, wie ich lustig bin“, versteht Jenner die Kritik nicht. Im Voraus sei klar darauf hingewiesen worden, dass die Tickets nach dem Prinzip „first come, first serve“ vergeben werden.

„Und auch bei den Anrainerkarten war der Druck heuer eben groß. Wenn beim Hofer die Semmeln aus sind, habe ich auch Pech gehabt“, meint er. Für Jenner selbst sei die große Nachfrage übrigens ein Grund zu Freude – und zwar nicht unbedingt aus wirtschaftlicher Sicht: „Es zeigt für mich vielmehr, dass das Frequency auch bei vielen Anrainern hohe Akzeptanz hat.“

Für alle, die bisher noch keinen Festivalpass ergattern konnten, bietet die Ticket-Lottery eine weitere Chance. „Um zu verhindern, dass Schwarzmarkt-Tickets in Umlauf geraten, haben wir 2.000 Stück zurückgehalten“, erklärt Jenner. Bis zum Frequency wird nun jede Woche das Kaufrecht für 200 Karten verlost.