Spanische Grippe: Der Vorgänger von Corona. Vor gut hundert Jahren grassierte die spanische Grippe und beschränkte den Alltag ähnlich wie das Corona-Virus heute.

Von Lukas Kalteis. Erstellt am 18. März 2020 (04:16)
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Nach dem Ersten Weltkrieg verbreitete sich die Spanische Grippe rasant in ganz Europa und erreichte St. Pölten schließlich im Herbst 1918. Es handelte sich um eine Abänderung des Influenzavirus, das weltweit unheimlich viele Opfer forderte.

Die meisten Todesfälle gab es zwischen 20- und 40-Jährigen. In der St. Pöltner Volks-Zeitung war im Oktober 1918 daher zu lesen: „Die Direktion der Bezirkskrankenkasse teilt mit, dass die Spanische Grippe seit Anfang Oktober epidemisch aufgetreten ist. Der Gesamtkrankenstand beträgt 1.945 Fälle.“

Wie ähnlich die Maßnahmen von damals waren, sieht man an einem Artikel in der „Wiener Allgemeinen Zeitung“ vom 19. Oktober 1918. Auch vor über hundert Jahren wurden öffentliche Gebäude, Schulen, Kinos, Konzerthallen und Lokale vorübergehend geschlossen, um den Herd der Krankheit einzudämmen.

Zudem wurde das ärztliche Personal zusammengezogen, die Spitäler mit zusätzlichen Betten ausgestattet und für genügend Transportmöglichkeiten gesorgt. Das öffentliche Leben wurde drastisch eingeschränkt und beinahe stillgelegt.

An die vielen Opfer der Grippe erinnert bis heute der Name „Opferplatz“ in Pottenbrunn.