Sammelleidenschaft Panini: „Kinder oft nur Ausrede“. Anpfiff für das Panini-Sammeln: Die Leidenschaft packt St. Pöltner quer durch Altersgruppen.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 27. März 2018 (03:59)
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Für die EM 2016 sammelte Jugendgemeinderat Thomas Kainz fleißig Panini-Sticker. Auch heuer will er das Heftchen mit Spieler-Porträts wieder voll bekommen.

In den nächsten Wochen heißt es wieder sammeln, kleben, tauschen. 79 Tage vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland wurde das Panini-Sticker-Sammeln angepfiffen. Ab morgen Dienstag sind die 682 Fußball-Pickerl mit Porträtbildern der Spieler, die in die blauen Alben geklebt werden, in den St. Pöltner Trafiken erhältlich.

NOEN

„Man merkt am ersten Tag immer einen Ansturm, es kommen Sammler, die kaufen die Sticker gleich kartonweise“, erzählt Helga Schwarzenbohler von der Trafik im Traisenpark.

Und das Sammelfieber packt keineswegs nur Kinder: „Das geht quer durch die Bank und alle Altersgruppen“, erzählt die Trafikantin. Das bestätigt auch die St. Pöltnerin Claudia Werhan: „Die Kinder sind oft nur eine gute Ausrede, wenn man der eigenen Sammel-Leidenschaft nachkommen will“, lacht die Magistrats-Mitarbeiterin, die seit Jahren fieberhaft Pickerl klebt und tauscht. „Es ist ein schönes Erfolgserlebnis, wenn das Album voll ist.“

Tauschbörsen in Stadt und Traisenpark

Mit seinen Kindern gesammelt hat auch Stadtarchäologe Ronald Risy. „Ein fanatischer Sammler bin ich nicht, aber das Tauschen macht mir schon großen Spaß“, erzählt Risy.

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Für die EM 2016 sammelte Jugendgemeinderat Thomas Kainz fleißig Panini-Sticker. Auch heuer will er das Heftchen mit Spieler-Porträts wieder voll bekommen.

Noch mehr Begeisterung für die Fußball-Sticker, die seit 1961 gesammelt werden, zeigt Jugend-Gemeinderat Thomas Kainz. Auch er steht schon in den Startlöchern für das große Sammeln, Kleben und Tauschen.

„Das hat für mich nostalgische Gründe, außerdem macht man sich damit ganz nebenbei mit dem Spielplan und den Mannschaften vertraut.“ Um den St. Pöltnern dabei zu helfen, ihre Heftchen voll zu bekommen, will er in der Innenstadt auch wieder regelmäßige Tauschbörsen organisieren. „Wie das genau aussieht, überlegen wir gerade noch“, meint Kainz.

Tauschen können sammelwütige Fußballfans auch wieder im Traisenpark. „Wir werden sicher wieder regelmäßige Veranstaltungen organisieren“, sagt Centermanagerin Anita Bräunlich.

Die St. Pöltner Trafikanten sind gut auf die Sammelfreudigen vorbereitet und hoffen, dass ihnen der Internet-Verkauf nicht das Geschäft verdirbt. „Seit die Pickerl auch im Netz erhältlich sind, ist der Verkauf etwas zurückgegangen“, bedauert Margit Baumgartner von der Trafik in der Domgasse.