Der St. Pöltner Treffpunkt für Kunst ist 45

Erstellt am 20. Mai 2022 | 05:15
Lesezeit: 2 Min
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Auch Hermann Nitsch (l.) war immer wieder zu Gast in der Galerie Maringer – ein Werk von ihm war der bislang teuerste Verkauf.
Foto: privat
Sie ist eine Institution in der Stadt: Die Galerie Maringer feierte ihren 45. Geburtstag.
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Er war gerade einmal 30 Jahre jung und sprühte regelrecht vor Ideen. Eine davon war die von einer eigenen Kunstgalerie. Und weil er nicht nur ein Planer, sondern immer schon auch ein Macher war, eröffnete Karl-Heinz Maringer am 16. März 1977 am Riemerplatz seinen „Salon für Kunst und Kommunikation“.

Dort gab sich vom Start weg die Prominenz die Türklinke in die Hand: H. C. Artmann, Hans Weigel, Bernhard Bünker waren zum Beispiel zu Gast. Sie lasen nicht nur aus ihren Werken, sondern konnten spannende Arbeiten von Toulouse-Lautrec, Carl Fahringer, Ferdinand Andri und vielen mehr bewundern.

Gäste wie Nitsch, Hrdlicka und Arnulf Rainer

„Mit dem Ortswechsel in die Schreinergasse haben wir unseren Fokus in Richtung abstrakte österreichische Kunst erweitert“, erzählt Maringer, der mit der rot-weiß-roten Kunstszene auf Du und Du war und ist: Der kürzlich verstorbene Hermann Nitsch war ebenso zu Gast wie Arnulf Rainer, Herbert Staudacher oder Alfred Hrdlicka.

Am Herrenplatz hat die Galerie ihr endgültiges Zuhause gefunden. „Dort verteidigen wir wie ein Fels in der Brandung die moderne Kunst in St. Pölten“, gibt sich Karl-Heinz Maringer, der enttäuscht ist, dass das moderne Museum aus der Landeshauptstadt nach Krems übersiedelt wurde, kämpferisch. Er ist überzeugt, dass es mit seinem Team – seit Jahren sind Martina Knoll und Michaela Schobersberger an seiner Seite – und den Töchtern Anna und Maxi auch in Zukunft Vernissagen und Kunstfeste in der kleinen, feinen Galerie geben wird.

Dort, wo es für alle etwas zu erstehen gibt. „Unser Spektrum reicht von günstigen Originalgrafiken, mit denen man kleine Freude machen kann, bis zu Invest-Objekten“, so der Galerist, der sogar seinen teuersten Verkauf verrät: „Das war ein Original von Hermann Nitsch im hohen fünfstelligen Bereich.“

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