Geklärt: Schülerbande verwüstete Friedhöfe. Bezirke St. Pölten, Melk, Tulln / Elf Burschen aus der HTL St. Pölten haben Spur der Zerstörung hinterlassen. Insgesamt gibt es rund 130 Delikte.

Von Alex Erber. Erstellt am 21. März 2014 (08:32)
NOEN, LPD NÖ
Beschädigter Grabstein
Von Alex Erber

Die Erhebungen der Polizei sind in der Vorwoche von einem durchschlagenden Erfolg gekrönt worden. Schwere Sachbeschädigungen an Kirchen, Kapellen und Friedhöfen (in 28 Fällen), Störung der Totenruhe (in 39 Fällen) und weitere zahlreiche strafrechtliche Delikte, insgesamt rund 130 Fälle, gelten als geklärt.

Teenager wollten sich gegenseitig etwas „beweisen“

NOEN, LPD NÖ
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Die Spur der mutmaßlichen Täter zieht sich dabei vom Bezirk Melk bis in den Bezirk Tulln. Restlos aufgeklärt sind unter anderem die Verwüstungen der Waldkapelle in Weinburg und die zweimalige Schändung des Friedhofes in Gemeinlebarn bei Traismauer.
NOEN, Markus Glück
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Als dringend tatverdächtig gelten elf Schüler der HTL St. Pölten, die einander offenbar etwas „beweisen“ wollten. Dabei traten sie nicht unbedingt im Rudel auf. Beispiel: Die Pielachtaler Schüler waren im Pielachtal aktiv, jene aus der Gegend um Traismauer in Gemeinlebarn.

Ein Großteil der Delikte wurde in den Schulferien verübt. Da fiel es den Eltern nicht unbedingt auf, wenn ihre Sprösslinge im Alter von 17 und 18 Jahren von ihren Streifzügen spät in der Nacht zurückkamen. Der Schaden, den die Bande anrichtete, beläuft sich auf mehr als 100.000 Euro.

Kein rechtsradikaler oder kirchenfeindlicher Hintergrund

Vor ihren verabscheuungswürdigen Tagen sahen sich die Schüler Horrorfilme an. Dann ließen sie den Horror auf den Friedhöfen folgen.

Das Motiv der Burschen dürfte in einer Art Geltungsdrang zu suchen sein. Einen rechtsradikalen oder kirchenfeindlichen Hintergrund gibt es nicht. Zwar wurden Kapellen mit Hakenkreuzen und Neonazi-Symbolen beschmiert, doch das sollte, wie die Ermittler des Landesamtes für Verfassungsschutz sofort vermutet hatten, lediglich der Ablenkung dienen.

NÖN.at hatte berichtet: