St. Pöltner SPÖ schmettert Baubeirat-Antrag ab. ÖVP scheiterte mit „Dringlichem“. Das ärgert auch Landeshauptstadtplaner Steiner. Stadler sieht „keine Eile“.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 03. Dezember 2019 (12:03)
Norbert Steiner überlegt, Prandtauer-Preis zurückzugeben, den er mit Gattin Michaela 2018 von Bürgermeister Matthias Stadler überreicht bekam.
Vorlaufer

Nichts wurde es mit dem Beschluss zur Gründung eines Baubeirates in der Gemeinderatssitzung. Die ÖVP versuchte das Thema mit einem Dringlichkeitsantrag noch auf die Tagesordnung zu bringen. Durch einen Baubeirat solle die Qualität von Architektur und Stadtentwicklung erhöht werden. Die SPÖ stimmte dagegen, ganz ohne Diskussion.

„Das Konzept ist fertig, doch sie schmettern alles nieder und das ohne Begründung.“

Das verärgert auch Landeshauptstadt-Planer und Alpenland-Obmann Norbert Steiner. Er überlegt sogar, den 2018 erhaltenen Prandtauer-Preis zurückzugeben: „Den hab ich schon hergerichtet und werde ihn retournieren, wenn nicht heuer noch der Baubeirat, wie versprochen, gegründet wird.“ Seit Jahren setzt er sich dafür ein und organisierte einen Arbeitskreis für Baukultur mit Architekten und Künstlern. „Das Konzept ist fertig, doch sie schmettern alles nieder und das ohne Begründung.“

Für Bürgermeister Matthias Stadler ist keine Eile geboten, es sei wichtiger, die Vorbereitungen zur Implementierung des Gestaltungsbeirates ordentlich durchzuführen. „Wir wollen einen Gestaltungsbeirat, der nicht gegen die Besitzer, sondern für den Erhalt unserer St. Pöltner Identität ist“, betont Stadler, dem es wichtig sei, dass das Ergebnis stimmt und der Beschluss hält.

An Vorbereitungsarbeiten zu einer Gründung werde derzeit auch aktiv im Magistrat gearbeitet, versichert Martin Koutny vom Medienservice. „Es laufen noch Abstimmungen mit der Architektenkammer sowie magistratsintern mit den befassten Dienststellen, um ein Konzept vorschlagen zu können.“ Eine Beschlussfassung werde für Anfang 2020 angestrebt.

Für Steiner sind das alles nur faule Ausreden: „Es gibt viele Bürger, die sich darüber ärgern, dass ohne nachzudenken gebaut wird. Sie werden unterschätzt, es gibt viele Bürgerinitiativen, die jetzt anfangen werden.“