Fraktionswechsel in St. Pölten: Ex-Grüner wird Roter. Ehemaliger Grünen-Gemeinderat Markus Hippmann wechselt in SPÖ-Fraktion. Er wird auch an wählbarer Stelle stehen.

Von Max Steiner. Erstellt am 21. Oktober 2020 (04:29)
Markus Hippmann (rechts), in den vergangenen Monaten fraktionslos imGemeinderat, schließt sich der SPÖ-Fraktion um Bürgermeister Matthias Stadler an. Der Stadtchef will damit die „grüne Handschrift“ seiner Partei verstärken. In der Gemeinderatssitzung sorgte der Wechsel gleich für einige Aufregung.
SPÖ St. Pölten

Dreieinhalb Jahre lang saß Markus Hippmann für die St. Pöltner Grünen im Gemeinderat, nach dem Bruch mit der Partei seit März als Fraktionsloser. Jetzt wechselt er ins rote Lager. Bei der Gemeinderatssitzung schloss er sich der Fraktion der Sozialdemokratischen Partei an. Als neuer Obmann der SPÖ-Sektion 10 wird er bei der Wahl auch an wählbarer Stelle stehen.

„Wir verstärken die grüne Handschrift der SPÖ St. Pölten“, erklärte Bürgermeister Matthias Stadler bei einer kurz vor der Gemeinderatssitzung anberaumten Präsentation. Schon jetzt lege die SPÖ viel Wert auf die Schaffung von neuem, qualitativ hochwertigem Grünraum, nun wolle man verstärkt Akzente setzen, auch bei Energieautarkie und im Klimaschutz.

Hippmann will seine Expertise einbringen

Hippmann freut sich nach Jahren als Einzelkämpfer, ab jetzt „in einem erfolgreichen Team mitarbeiten zu können“. Er sieht viele Überschneidungen. Vor seiner Zeit bei den Grünen war Hippmann bereits einmal bei der St. Pöltner SPÖ engagiert. Die Fraktion des Bürgermeisters will er nun mit seiner Expertise in den Bereichen Ökologie und Nachhaltigkeit unterstützen und auch seine Erfahrung aus der Oppositionsarbeit einbringen. Der Park auf dem Gelände des ehemaligen Sturm-19-Platzes ist für ihn ein „riesengroßes Projekt“.

Hippmanns Ziel ist aber auch eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, damit die Menschen gar nicht mehr auf die Idee kommen, mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Die bessere Anbindung des Umlandes müsse forciert werden, nutzte Matthias Stadler die Gelegenheit, um seine Forderung zu erneuern.