St. Pöltner Stimmenkaiser auf Ersatzbank. Persönliche Stimmen kein Kriterium für Parteien bei Vergabe der Sitze im Gemeinderat.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 03. Februar 2021 (04:07)
Das Rathaus in St. Pölten
FOTO: APA/HELMUT FOHRINGER

Steht als Vorzugsstimmen-kaiser bei den Grünen als Ersatz bereit: Walter Heimerl-Lesnik.
Grüne

Erst Ende des Monats wird sich der frisch gewählte Gemeinderat konstituieren. Dabei gibt es nicht nur fünf statt drei Parteien, es wird auch einige neue Gesichter geben. Bei der Besetzung der Mandate spielen bei den Parteien die Vorzugsstimmen keine Rolle.

369 Vorzugsstimmen erreichte SPÖ-Kandidat Volkan Tembel. Damit schaffte er es hinter Bürgermeister Mattias Stadler, Ali Firat (beide SPÖ) und Klaus Otzelberger (FPÖ) auf Platz vier. Für einen Einzug in den Gemeinderat reicht das nicht. „Das war schon vor der Wahl mit unseren Kandidaten so abgesprochen. Sollte im Laufe der Legislaturperiode ein Mandatar oder eine Mandatarin ausfallen, werden wir sicher an die Vorzugsstimmen denken“, erklärt SPÖ-Vizebürgermeister Harald Ludwig. Ludwig selbst holte 88 Vorzugsstimmen und lag damit nur knapp vor Yeliz Zwinz mit 86.

„Das war schon vor der Wahl mit unseren Kandidaten so abgesprochen"

Er sorgte für eine Überraschung bei den Vorzugsstimmen: Volkan Tembel (SPÖ).
SPÖ

Ein ähnliches Schicksal wie Tembel ereilt auch Walter Heimerl-Lesnik bei den Grünen. Er holte bei den Vorzugsstimmen Platz eins, dennoch wird er nicht in den Gemeinderat einziehen.

Auf der Liste war er an vierter Position gereiht, drei Mandate erreichten die Grünen. „Es ist zwar ein wenig traurig, aber aus demokratischer Sicht vollkommen okay“, so Heimerl-Lesnik. Für einen späteren Ersatz-Einsatz stehe er jedenfalls bereit. „Ich werde weiterhin mit voller Tatkraft bei den Grünen mitarbeiten“, versichert er. Spitzenkandidatin Christina Engel-Unterberger brachte es auf 86 Vorzugsstimmen. Sie wird als Listenerste in den Stadtsenat einziehen.

Fix in den Gemeinderat einziehen wird die Nummer zwei auf der ÖVP-Liste Romy Windl. Sie erhielt 107 Vorzugsstimmen und liegt in dieser Wertung als zweitbeste Frau nur knapp hinter SPÖ-Gemeinderätin Frau Mirsada Zupani, die 118 Stimmen erreichte. Für den Stadtsenat ist die Polit-Neueinsteigerin Windl aber nicht vorgesehen. Denn bereits vor der Wahl war klar, dass neben Vizebürgermeister Matthias Adl und Markus Krempl-Spörk Mario Burger in den Stadtsenat einziehen wird. Bei der Sitzung der Stadtpartei wurden nun auch Florian Krumböck und Bernhard Wiehalm als Gemeinderäte bestätigt.