Fast 47.000 St. Pöltner haben die Wahl. Am Sonntag wählt die Landeshauptstadt ihren Gemeinderat. Sechs Parteien treten an. Wohnbau, Transparenz und Klimaschutz prägten den Wahlkampf.

Von Red. St. Pölten. Erstellt am 22. Januar 2021 (14:50)
Die Spitzenkandidaten für die Gemeinderatswahl (von links oben nach rechts unten): Matthias Stadler (SPÖ), Matthias Adl (ÖVP), Klaus Otzelberger (FPÖ), Christina Engel-Unterberger (Grüne), Nikolaus Formanek (NEOS), Samuel Seitz (KPÖ plus).
Jäger, Monihart, FPÖ, Dusek, NEOS, KPÖ

Sechs Parteien kämpfen kommenden Sonntag um die Stimmen der St. Pöltner. Die SPÖ verteidigt eine satte absolute Mehrheit, die ÖVP versucht den positiven Bundestrend für sich zu nutzen, die FPÖ hofft hingegen nicht zuviel zu verlieren. Eine Verdoppelung der Mandate auf zwei geben die Grünen als Wahlziel aus. Die NEOS wollen beim zweiten Versuch in den Gemeinderat einziehen und die KPÖ kandidiert erstmals seit 20 Jahren.


46.621 St. Pöltner sind wahlberechtigt, um 1.076 mehr als noch vor knapp fünf Jahren. Bürgermeister Matthias Stadler gilt als haushoher Favorit. Besonderen Schwerpunkt legte die SPÖ bei ihren Wahlkampfthemen auf Grünraum und Umwelt, während die Konkurrenz vor allem gegen großvolumigen und unkontrollierten Wohnbau wettert. Allen voran Matthias Adl und seinem ÖVP-Team, das von „Wachstumsschmerzen“ in der Landeshauptstadt spricht und damit einhergehend auch von fehlender Infrastruktur. Als Wahlziel gaben die Türkisen den stärksten Zuwachs an Wählerstimmen aus.

 Spannung vor allem bei den kleinen Parteien

 Das Ergebnis der Wahl 2016 zu halten, wäre für Klaus Otzelberger und seine FPÖ ein Wunsch. Diesen zu erfüllen, wird schwer. Der Streit der Bundes-FPÖ mit HC Strache hat seine Spuren hinterlassen.


Einen starken Zuwachs dürfen sich die Grünen erhoffen. Schließlich haben sie nur 2,7 Prozent aus 2016 zu verteidigen. Der einzige Grüne-Mandatar Markus Hippmann wechselte im Sommer zur SPÖ. Neu an der Spitze ist Christina Engel-Unterberger. Die Themen der Grünen sind auch in St. Pölten Klima- und Umweltschutz. Hier stellen sich die Stadt-Grünen vor allem gegen Mega-Bauprojekte wie die Traisental-Schnellstraße S 34 und den Wohnbau auf den WWE-Gründen.

Einen zweiten Anlauf nehmen die NEOS, um dieses Mal in den Gemeinderat einzuziehen. Als Spitzenkandidat fungiert Comedian Niko Formanek. Mit den Themen Transparenz, mehr Plan im Wohnbau und bessere Kinderbetreuung gingen die Pinken in den Wahlkampf.


Als die KPÖ zuletzt bei einer Gemeinderatswahl in St. Pölten antrat, war Spitzenkandidat Samuel Seitz gerade einmal vier Jahre alt. Mit der Forderung für leistbares Wohnen will er mit der KPÖ den Einzug schaffen.

Ausgangsposition

Quelle: Stadt St. Pölten, NÖN-Grafik: Bischof

Wählen in Corona-Zeiten 

Es gelten strenge Hygiene- und Sicherheitsauflagen. Das Wahllokal darf nur mit Mund-Nasen-Schutz betreten werden, die Wahlkommission wird mit Plexiglas-Scheiben abgeschirmt, Stifte werden für Stimmabgabe nur einmal verwendet .

Alle Infos zur Gemeinderatswahl in St. Pölten auf einen Blick: https://www.noen.at/gemeinderatswahl