Vom Jungspund bis zum alten Hasen. Die jüngsten und ältesten Kandidaten und Kandidatinnen berichten von ihren Erwartungen, Themen und Gründen.

Von Red. St. Pölten. Erstellt am 20. Januar 2021 (20:33)
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Noah Lackenberger, jüngster Kandidat der ÖVP, fordert nicht nur ein Jugendzentrum für Pottenbrunn und die Katastralgemeinden, sondern auch Bandbreiten-Ausbau und fortschreitende Digitalisierung. „St. Pölten wird unattraktiv für Firmen, wenn es schlechteres Internet hat als andere Standorte“, erklärt der HTL-Schüler. Er möchte Jugendlichen eine Stimme im Gemeinderat geben.

Gleiches hat NEOS-Kandidat Severin Formanek vor. Der junge Zivildiener kritisiert, dass in St. Pölten Perspektiven für junge Menschen fehlen. „Sie gehen nach ihrer Ausbildung meistens in eine andere Stadt“, beobachtet er und möchte daher Arbeitsplätze und Freizeitangebote schaffen. Sein ältester Parteikollege Thomas Dengler attestiert zusätzlich eine mangelhafte Verkehrsplanung. Er wünscht sich, dass die Stadt lebenswert bleibt und gleichzeitig modernisiert wird.

Die 22-jährige FPÖ-Kandidatin Nathalie Franke war vor der Wahl nicht politisch aktiv. Sie inspiriere das Team und ihr gefalle, wie sich die Partei für Menschen einsetze. Künftig will sich die junge Mutter besonders für Alleinerziehende starkmachen. Aus eigener Erfahrung wisse sie, dass es diese Gruppe nicht leicht habe. „Viele wünschen sich eine junge Person“, berichtet sie vom positiven Zuspruch aus ihrer Partei.

Wachsendes Engagement Junger

„Ich fühle mich noch jung genug, etwas zu tun“, erklärt dagegen die 71-jährige Hermine Schafranek. Aufgrund ihres eigenen Alters und der Pflege ihres Vaters sind ihr die Betreuung und Versorgung älterer Menschen besonders wichtig. Ihre jüngste Parteikollegin der SPÖ Emilia Gruber fokussiert ebenfalls die eigene Altersgruppe. Sie fordert mehr Angebote für Jugendliche, etwa Sammeltaxis für den sicheren Heimweg nach dem Fortgehen. „Das letzte Jahr hat meine Generation dazu bewegt, sich mit politischen Themen zu beschäftigen“, widerspricht sie dem Vorwurf der Politikverdrossenheit.

Besonders im Klimaschutz beobachtet Fabian Schindelegger, jüngster Kandidat der Grünen, viel jugendliches Engagement. Dem leidenschaftlichen Radfahrer liegt am Herzen, dass sich St. Pölten bis 2030 in Richtung Klimaneutralität bewegt. „Die jungen Leute, die auf die Straße gehen, haben sich Lösungen verdient“, erklärt er. Seine älteste Parteikollegin Maria Maringer hat schon zwei oder drei Mal aus Solidarität kandidiert. „Mir ist einfach wichtig, dass viele Leute auf der Liste stehen“, erzählt die Seniorin.
Seine Freunde überzeugten Robert Kickinger, ältester Kandidat der KPÖ plus. „Sie ist die Arbeiterpartei für die kleinen Leute in St. Pölten“, erklärt der Lagermitarbeiter sein Engagement. Er fordert ein billiges Jahresticket statt Förderung des Individualverkehrs. Allerdings überstrahle Corona aktuell alle anderen Themen und für die Maßnahmen sei der Bund zuständig. Dank des minderheitenfreundlichen Wahlsystems und guter Wahlergebnisse in Linz und Krems erhofft er sich Chancen für seine Partei.