Kinderpornoprozess: Kein Kind macht so etwas freiwillig. Verbotene Fotos und Videos fanden Ermittler bei Männern. Sie landeten vor Gericht.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 15. Juni 2019 (15:40)
APA
Die Kinderpornos wurden in einer Hausdurchsuchung sichergestellt

1.200 abscheuliche Fotos und 34 Videos entdeckten Ermittler auf dem Laptop und einer externen Festplatte eines 23-Jährigen. Die Dateien speicherte der Mann in einem eigenen Ordner, stellte eines der Fotos auf eine Sharing-Plattform. Wegen Letzterem geriet der St. Pöltner ins Visier der Ermittler. Am Landesgericht wird ihm nun wegen pornografischer Darstellung von Minderjährigen der Prozess gemacht.

„Ich steh’ nicht auf Kinder, so etwas gefällt mir nicht wirklich"

„Ich steh’ nicht auf Kinder, so etwas gefällt mir nicht wirklich. Keine Ahnung, warum ich das gemacht habe, es war dumm von mir“, sagt der Angeklagte vor Richterin Doris Wais-Pfeffer. Die wettert: „Was glauben Sie, wie oft ich das schon gehört habe. Denken Sie einmal darüber nach, wie so etwas entsteht. Kein Kind macht so etwas freiwillig.“ Für den St. Pöltner setzt es 4.800 Euro unbedingte Geldstrafe sowie fünf Monate bedingt verhängte Freiheitsstrafe (nicht rechtskräftig).

Diversion bietet die Richterin „ausnahmsweise“, so Wais-Pfeffer, einem 22-Jährigen aus St. Pölten in dessen Prozess wegen kinderpornografischer Darstellung an. Er schickte ein verbotenes Video weiter und muss 3.700 Euro Geldbuße berappen.