„Gewinn“ entpuppt sich als ein Rubbellos. Die Konsumentenschützer warnen: „Alter Schmäh, neue Masche!“ Bus macht in den nächsten Tagen im Bezirk St. Pölten Station.

Von Alex Erber. Erstellt am 29. September 2014 (14:39)
NOEN, AKNÖ
Wer freut sich da nicht, wenn er diese Mitteilung erhält: »Sie haben tatsächlich gewonnen!« Die AKNÖ warnt vor der Teilnahme an der Busreise: »Es handelt sich um eine klassische Werbefahrt.«
„Sie haben bei unserem Gewinnspiel mitgemacht und eine Auszahlung in Wert von 2.500 Euro in bar gewonnen. Die Gewinne werden im Rahmen einer Feier ausgehändigt, zu der Sie von unserem Chauffeur abgeholt werden.“ Eine betagte Frau aus einer Fladnitztal-Gemeinde staunte nicht schlecht über die Nachricht, die sie aus ihrem Postkasten fischte.

Busfahrten führen ins nahe Ausland

Sie konnte sich beim besten Willen nicht erinnern, in den vergangenen Monaten jemals an einem Gewinnspiel teilgenommen zu haben.

NOEN, AKNÖ
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Viele NÖ Konsumenten erhalten zurzeit diese Gewinnbenachrichtigung. „Dahinter versteckt sich aber nichts anderes als eine Werbefahrten-Firma, die mit dem alten Schmäh – einem angeblichen Gewinn, gratis Bustransfer und reichhaltigem Mittagessen – lockt“, weiß Christa Hörmann, Konsumentenberaterin bei der Arbeiterkammer NÖ.

Hörmann weiter: „Allein in den vergangenen Tagen haben sich bei uns mehr als 300 Betroffene gemeldet!“

Die Busfahrten führen oft ins benachbarte Ausland, die zugesprochenen 2.500 Euro sind lediglich ein Rubellos, mit dem man angeblich die Chance hätte, diesen Betrag zu gewinnen.

„Gesetze werden oft umgangen“

„Den trickreich vorgehenden Veranstaltern von Werbefahrten geht es nur darum, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten der Konsumenten möglichst viele ihrer teuren Produkte zu verkaufen und Profit zu machen. Dabei werden Gesetze oft umgangen, wie diese Gewinnmitteilung zeigt“, so Hörmann.

Wie gelangte die Postkarten-Firma „Rätselfreunde KG“ aus Wals (Salzburg) an die Adresse der Pensionistin? „Die persönlichen Daten wurden von einem Rätsel, das vor sieben Jahren im Umlauf war und ausgefüllt wurde, übernommen. Solche Fälle zeigen einmal mehr, wie wichtig es ist, vorsichtig mit der Hergabe von persönlichen Daten zu sein“, erklärt Christa Hörmann.

Der Werbefahrten-Bus wird in den nächsten Tagen in den Bezirken St. Pölten, Gänserndorf und im Waldviertel unterwegs sein. Hörmann warnt: „Bloß nicht in den Bus einsteigen und mitfahren!“