Unfallrisiko: Vorsicht bei Hustensaft. Manche Mittel lassen das Unfallrisiko steigen. Ein Warnsymbol auf den Verpackungen gibt Auskunft, ob es ratsam ist, ein Auto in Betrieb zu nehmen.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 14. Dezember 2017 (05:01)
Shutterstock.com/ajt
NOEN, Shutterstock.com/ajt

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – grippale Infekte haben Hochsaison. Gerade in der Vorweihnachtszeit gibt es viel zu tun, Zeit, um sich auszukurieren, nehmen sich die Wenigsten.

Um die Symptome zu lindern, wird schnell zu nicht rezeptpflichtigen Medikamenten wie Hustensaft, Nasenspray oder Brausetabletten gegriffen. Was viele nicht wissen: Auch diese Medikamente haben Nebenwirkungen. Gefährlich wird es dann, wenn man ins Auto steigt. „Vor allem dämpfende Hustensäfte, die müde machen, sind für tagsüber nicht geeignet“, weiß der St. Pöltner Apotheker Andreas Gentzsch.

Hohe Dunkelziffer

Viele Menschen würden auch zu Medikamenten greifen, die sie zu Hause haben. „Einfach, weil sie sie immer genommen haben“, sagt Gentzsch. Wenn man sich über die Nebenwirkungen nicht sicher sei, sei es ratsam in der Apotheke nachzufragen. „Außerdem kann man die die Verpackung auf das Warnsymbol – ein Dreieck mit Rufzeichen – untersuchen“, rät Gentzsch. Dieses Symbol weist auf die Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit hin. Laut Gentzsch gibt es auch aufbauende Mittel, die die chronische Müdigkeit verbessern. Generell rät der Experte aber dazu, bei Grippesymptomen kein Auto in Betrieb zu nehmen.

Wie viele Unfälle unter Medikamenteneinfluss passieren, lässt sich nicht so leicht feststellen. Laut Statistik Austria waren es 2016 in der Stadt zwei Unfälle, im Bezirk drei. Seit 2012 wird das Merkmal „Mangelnde Verkehrstüchtigkeit“ durch Medikamente extra erhoben.

Insgesamt gab es in der Stadt sechs Unfälle und im Bezirk sieben. Man geht aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler betont: „Man tut sich schwer einen Unfall unter Medikamenteneinfluss festzustellen.“ Nachweisen könne das nur eine Blutuntersuchung. „Da muss es einen Verdacht geben“, so Bäuchler.