Impfstoff wird langsam knapp. Menschen sind jetzt auch vermehrt in der Region betroffen. Wer sich impfen lassen will, sollte sich schnell entscheiden.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 19. Januar 2018 (15:57)
APA (dpa-Zentralbild)
Anti-Impf-Verbände riefen zu einer Protestkundgebung auf

Jetzt hat die Grippewelle auch St. Pölten erreicht: 317 erwerbstätige Personen sind laut NÖ Gebietskrankenkasse derzeit wegen Grippe oder grippalem Infekt derzeit im Krankenstand, im Vorjahr waren es im selben Zeitraum 532 Personen.

Wie lange die Grippewelle noch dauern wird, dazu gibt es keine Prognosen. „Die Erkrankungsfälle ziehen sich meist bis Ende Februar“, weiß Bezirksärztevertreter Andreas Barnath, der in seiner Praxis bis jetzt aber noch keinen echten Grippefall behandeln musste. „Auch bei Ärzte im Zentrum konnten wir keine erhöhten Erkrankungsraten an Grippe oder grippalen Infekten beobachten“, sagt Allgemeinmedizinerin Gerhild Drazdil.

Durchimpfungsrate ist gering

Worüber sich die Mediziner allerdings einig sind: Eine Impfung macht auch jetzt noch Sinn, wenn sie in den nächsten Tagen erfolgt. „Obwohl die Impfung, wie heuer leider, vor weniger Erregern schützt als in den anderen Jahren“, sagt Drazdil.

Wer sich jetzt noch für eine Impfung entscheidet, der sollte schnell sein, denn der Impfstoff ist knapp. Das bestätigt auch der St. Pöltner Apotheker Andreas Gentzsch. „Es gibt nur noch Restbestände, der Großhandel hat nur noch wenig Vorrat“, so Gentzsch. Grund dafür sei, dass die Impffreudigkeit abnimmt und die Durchimpfungsrate in Österreich schwach ist. „Und danach richtet sich das Kontingent, dass das jeweilige Land bekommt“, informiert der Apotheker. Aufgrund von medialen Berichten der stark ausgeprägten Grippewelle in Australien vermutet Gentzsch, dass sich diesmal mehr Leute für eine Impfung entschieden haben.

Der Impfstoff wird jedes Jahr – angepasst an den Virus – in einem komplizierten Verfahren neu hergestellt. Da sich der Virus jedes Jahr verändert, wird nur der wirklich benötigte Impfstoff hergestellt.