2022 rollen Bagger am Europaplatz an. Vorbereitung der logistischen Herausforderung nimmt noch zwei Jahre in Anspruch. Gegraben wird auch von Archäologen.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 10. Dezember 2019 (04:31)
Der Europaplatz wird in Kooperation des Landes Niederösterreich mit der Stadt St. Pölten umgebaut. Der Springbrunnen kommt weg, stattdessen wird aus dem falschen Kreisverkehr eine richtige Kreuzung.
Gruber

Bis die Bagger am Europaplatz anrollen, wird noch einiges Wasser im Springbrunnen durch die Filteranlage fließen. 2022 sollen die eigentlichen Bauarbeiten beginnen. Davor müssen noch die Behördenverfahren abgewickelt werden und es steht noch einiges an Planungsarbeit an. Vor allem die Koordination der Großbaustelle erfordert viel Vorbereitung. Der Durchfluss des Verkehrs muss während der wechselseitigen Absperrungen trotzdem gewährleistet werden.

Der Europaplatz ist einer der Verkehrshotspots der Stadt. Täglich rollen an die 44.000 Fahrzeuge darüber hinweg. Der Umbau soll den Europaplatz sicherer machen und auch attraktiver für Radfahrer und Fußgänger. „Das Ergebnis des Umbaus wird eine vierstrahlige Kreuzung sein, die alle genannten Kriterien erfüllt“, erklärt Christof Dauda, Leiter der Abteilung Straßenplanung beim Amt der NÖ Landesregierung.

„Das Ergebnis des Umbaus wird eine vierstrahlige Kreuzung sein, die alle genannten Kriterien erfüllt"

Der Platz soll aber weiter ein markantes Erscheinungsbild behalten. Dazu soll die Neugestaltung der Nebenflächen beitragen. „Wir werden einen Gestaltungswettbewerb auf Basis des Verkehrsprojektes durchführen“, berichtet der Leiter der Stadtplanung Jens de Buck. Die Flächen für die Fahrbahnen würden bei gleicher Leistungsfähigkeit kleiner, die Flächen für Grünraum und attraktive Gestaltung größer. Statt der Springbrunnenanlage sollen Flächen für Fußgänger und Radfahrer großzügiger angelegt werden. Für das Prandtauerdenkmal wird derzeit eine Möglichkeit zur Zwischenlagerung überlegt.

Bei der Planung gilt es auch die archäologischen Ausgrabungsarbeiten zu berücksichtigen. Stadtarchäologe Ronald Risy wird mit seinem Team die Umbauarbeiten begleiten. „Der Platz liegt im Bereich eines römischen Gräberfeldes. Im Spätmittelalter wurde zudem der Friedhof am Domplatz aufgelassen und hierher verlegt. Im 17. Jahrhundert ist die Barbarakapelle in der Nähe errichtet worden“, weiß Risy.