Harry Gangl nimmt Emus auf: Trio hat neue Heimat in St. Pölten

St. Pöltner Unternehmer und Schauspieler gab Emus aus dem Schönbrunner Tiergarten ein Zuhause bei sich in Viehofen.

Erstellt am 29. Dezember 2021 | 05:49
Lesezeit: 3 Min
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Der St. Pöltner Unternehmer ließ für drei Emus aus dem Tierpark Schönbrunn ein Gehege in Viehofen bauen.
Foto: Gangl

Einige Zeit reifte in dem St. Pöltner Unternehmer Harry Gangl (Wohlfühlzentrum Pottenbrunn) der Gedanke, die Emus aus dem Gehege im Tiergarten Schönbrunn bei sich in Viehofen aufzunehmen. Nach einer Lawine an Organisatorischem wie Gehegebau, der Absolvierung der Fachkenntnis und Abstimmung mit der Veterinärverwaltung St. Pölten und dem Tiergarten Schönbrunn zogen die Tiere Ende November schließlich in Viehofen ein.

„Harry hat eine tolle Anlage gebaut.“Simone Haderthauer, zoologische Abteilungsleiterin von Schönbrunn

Im Tiergarten Schönbrunn ist man froh, dass alles so gut geklappt hat. Zoologische Abteilungsleiterin Simone Haderthauer sagt: „Wir sind glücklich, dass die Emus ein so tolles Zuhause gefunden haben.“ Gerade weil es nicht einfach sei, die Tiere zu halten, man viel Fläche und Hintergrundwissen benötige. „Harry hat eine tolle Anlage gebaut“, so Haderthauer.

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Schon vor Jahren hatte sich Harry Gangl in die Emus in Wien verliebt. Immer wieder besuchte und streichelte er sie. Gangl ist auch immer wieder als Schauspieler aktiv. Als er im Juli während einer Drehpause für einen Kinofilm mit seiner Familie den Tiergarten Schönbrunn über den Tiroler Hof besuchte, erfuhr er im Gespräch mit der Empfangsdame, dass sich der Zoo von den Emus trennen müsse, weil das Grundstück anderweitig verwendet werden solle.

„Ich habe sofort bei der Verwaltung und der zoologischen Abteilungsleiterin Simone Haderthauer angerufen und Erstgespräche über einen möglichen Umzug der Emus nach St. Pölten geführt“, erinnert sich Gangl, der schon seit seiner Studienzeit durch seine journalistische Tätigkeit mit der ornithologischen Abteilung verbunden war.

Es sind unglaubliche Tiere, sehr sozial und intelligent.“ harry Gangl Unternehmer

Bereits im August wurden die Pläne immer konkreter und Gangl ließ sich vom Maschinenring St. Pölten ein Gehege bauen. „Das Wildtier-Gehege hat mehrere Tore und ist komplett aus Holz mit einem speziellen Geflecht, welches sich nach unten verdünnt“, erklärt Gangl.

Natürliche Wasserstellen, Sandplätze, Futterstelle und überdachte Unterstände sowie die Möglichkeit, die drei Tiere im Bedarfsfall (etwa für Veterinär-Untersuchungen) voneinander isolieren zu können, stehen nun zur Verfügung.

„Es war ein unglaubliches Entgegenkommen von Containex Österreich, die quasi über Nacht die neuen Behausungen fertigstellten und extra für die Emus aus Schönbrunn eine Sonderlösung ermöglichten“, dankt Gangl. Die St. Pöltner Prangl-Niederlassung rückte schließlich mit dem 160-Tonnen-Teleskopkran an, um die Container im Gehege zu positionieren.

Intensivkurs für den sachgemäßen Umgang

Aber nicht nur das Gehege musste stimmen, auch Gangl selbst hatte sich vorzubereiten. Er absolvierte einen Intensivkurs für Haltung, den sachgemäßen Umgang sowie die art- und tiergerechte Pflege unter Leitung von Haderthauer und Gerold Vierbauch, Revierleiter des Tiroler Hofes.

Ende November war es dann so weit. „Die Brüder Gustl, Ferdl und Franzl kamen unter den professionellen Händen von Roy, Smith, Haderthauer, Vierbauch und zwei weiteren sehr lieben Mitarbeitern des Tiergartens Schönbrunn bei extremen Witterungsbedingungen und starkem Schneefall nach Viehofen in ihr neues Zuhause“, berichtet Gangl. Mittlerweile hätten sie sich sehr gut eingelebt: „Sie zeigen mir gegenüber schon sehr viel Vertrauen.“

Täglich freuen sie sich aufs Futter, bestehend aus süßen Äpfeln, Salaten, speziellen Körnern, Stangensellerie und Chinakohl. „Es sind unglaubliche Tiere, sehr sozial und intelligent. Ich bin trotz aller Strapazen und extremen Aufwandes überglücklich, dass sie bei mir einen wunderschönen Platz gefunden haben“, sagt Gangl, für den das Wohlergehen der Tiere im Vordergrund steht. „Sie sollen ihr Leben in Ruhe und Geborgenheit glücklich und zufrieden leben können.“