Mietvertrag läuft aus, Adeg muss schließen. Gemeinde Hafnerbach ist um Ersatz bemüht, Handelsketten zeigen aber wenig Interesse. Gebäude soll nun Wohnhaus werden.

Von Bernhard Burmetler. Erstellt am 18. Februar 2021 (03:10)
Der Adeg-Markt wird zu einem Wohnhaus umgebaut. Eine Errichtung eines Lebensmittelmarktes ist nicht geplant.
Stefan Gratzl

Seit Anfang Februar ist es nun endgültig: Die Adeg-Filiale der Familie Atan in Hafnerbach schließt mit 31. März. Der Mietvertrag ist ausgelaufen und das Mietobjekt wird zu einem Wohnhaus umgebaut. Die Gemeinde suchte fieberhaft nach Ersatz, bisher ohne Erfolg.

„Leider wurde der Mietvertrag des Adeg-Marktes in Hafnerbach gekündigt, ein geeignetes Ersatzlokal konnte nicht gefunden werden“, erklärt Adeg-Pressesprecher Paul Pöttschacher auf Anfrage der NÖN. Ein Wohnhaus soll nun anstelle des kleinen Supermarktes entstehen. Zuvor kämpfte Bürgermeister Stefan Gratzl aber noch um den Verbleib des Marktes in der Gemeinde. Er führte Gespräche mit Vertretern von Großhandelsketten und knüpfte auch entsprechende Kontakte. Ohne Erfolg. „Da kam klar zum Ausdruck: Die Umsatzzahlen in Hafnerbach sind viel zu gering, daher wird in Hafnerbach nicht investiert“, so Gratzl.

„Mangels Eigengrund und finanzieller Mittel ist es der Gemeinde jedoch nicht möglich, für Ersatz zu sorgen“

Er gab sich jedoch nicht so schnell geschlagen. Gratzl stellte viele Überlegungen und Kalkulationen an, wie man einen neuen Standort für ein Geschäft schaffen kann. Er überlegte auch den Kauf bestehender Gebäude samt Umbau, um einen Supermarkt darin anzusiedeln. Sogar ein Geschäft in einem Container zog er in Erwägung.

„Mangels Eigengrund und finanzieller Mittel ist es der Gemeinde jedoch nicht möglich, für Ersatz zu sorgen“, so ein deprimierter Bürgermeister Gratzl.

Auch wenn das Angebot eines Marktes von den Hafnerbachern nur wenig angenommen wurde, bedeutet die Schließung für Personen mit eingeschränkter Mobilität eine Erschwernis. Deshalb hat sich Gratzl etwas überlegt: „Ich habe bereits den Mobilitätsverein Hafnerbach ersucht, dass HUBSI (Hol- und Bringservice) auch nach Prinzersdorf zu den drei großen Lebensmittelfilialen fährt.“ Mit der Fleischerei Gaschinger und dem Regionalladen „Von uns dahoam“ ist zudem im Ort eine gute Nahversorgung garantiert.