Innenstadt ist gesund. Wenige Leerstände und ein guter Branchenmix verhelfen St. Pölten zu einem Spitzenplatz.

Von Beate Steiner. Erstellt am 08. März 2019 (12:25)
Tanja Wagner
Daniela Kittel freut sich über den „gesunden Befund“ für die Innenstadt St. Pöltens.

 „Gesund“ ist die Innenstadt von St. Pölten: „Die City besticht durch ihren hohen Filialisierungsgrad und Filialflächenanteil. Der Einzelhandelsanteil ist mit 81 Prozent überdurchschnittlich“, analysiert die neueste Studie von „Standort+Markt“. Zum Vergleich: Österreichweit beträgt der Einzelhandelsanteil in Innenstädten durchschnittlich 72 Prozent.

Mit einer Leerstandsrate von 3,7 Prozent zählt St. Pölten mit der Mariahilfer Straße und der Landstraßer Hauptstraße in Wien sowie mit Linz und Innsbruck zu den „gesunden“ Geschäftsarealen. In Niederösterreich erlitten Baden mit 5,4 Prozent und Krems mit 8,6 Prozent Leerständen Einbußen, Wiener Neustadt befindet sich in der Krise, mit 15 Prozent Leerstandsrate.

Matthias Weiländer, Geschäftsführer der Marketing St. Pölten Gesellschaft, kennt die Vorteile, die die Landeshauptstadt bis jetzt von allzu negativen Auswirkungen des Strukturwandels im Handel – Stichwort „Online-Kauf“ – verschont haben. So ist St. Pöltens Fußgängerzone die bei Weitem größte in Niederösterreich und hat auch die höchste Frequenz. Noch dazu gilt die ganze Region als Zukunftsraum, die sich im Wachstum befindet.

Außerdem wird dem Zentrum von St. Pölten viel politische und damit finanzielle Aufmerksamkeit geschenkt. „Der öffentliche Bereich und die Wirtschaft mit der Plattform STP 2020 haben sich verbündet wie kaum in einer anderen Stadt. Dieser Multiplikationseffekt ist Gold wert“, bilanziert Weiländer.

Guter Produktmix, gute Zusammenarbeit

Das sieht auch der Kremser Gastronom Otto Raimitz so: „In St. Pölten hat man schon vor Jahren erkannt, welche Maßnahmen notwendig sind, damit eine Innenstadt lebt“, erklärt das Vorstandsmitglied der

Plattform STP 2020, das in der Landeshauptstadt erfolgreich das Lokal Schau.Spiel betreibt. Die Gastronomie mit ihren Schanigärten spielt keine geringe Rolle für das Geschäftsleben in der City und damit für die Frequenz.

„Wir haben einen guten Produktmix, mit netten Lokalen, einem bestens besuchten Markt – und das miteinander funktioniert hervorragend.“

Davon ist auch Daniela Kittel, Obmann-Stellvertreterin der Plattform STP 2020, überzeugt. „Wir haben einen guten Produktmix, mit netten Lokalen, einem bestens besuchten Markt – und das miteinander funktioniert hervorragend.“

Alle mit der Stadtentwicklung verbundenen Bemühungen müssten aber weitergeführt und verstärkt, die finanziellen Mittel erhöht werden, „sonst wird es uns nicht anders als anderen Innenstädten ergehen“, prophezeit Matthias Weiländer. Er trifft damit eine Conclusio der Studien-Autoren: „Die richtige Frage für die Zukunft lautet: Was muss in die Infrastruktur investiert werden, um konsumentenfreundlich zu sein?“