Einbrecher erbeutet sechs Flaschen Mineralwasser. Einbrecher erbeutete sechs Flaschen Mineralwasser. Richter ließ Milde walten, es setzte eine einjährige Haftstrafe.

Von Alex Erber. Erstellt am 09. Mai 2019 (05:32)
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Endspurt in einem Prozess gegen einen 31-Jährigen, der in das Vereinsgebäude des SC Harland eingebrochen haben soll. Die karge Beute: sechs Flaschen Mineralwasser.

Die jüngste Verhandlung fand im Dezember statt, konnte aber nicht weitergeführt werden, weil der zunächst geständige Angeklagte seine Verantwortung änderte. Aufgrund seines massiven Drogenkonsums könne er sich an nichts mehr erinnern.

Diese Lücke führte in der Folge zu behördlichem Aufwand. Eine am Tatort sichergestellte Blutspur musste analysiert werden. Der DNA-Abgleich ergab, dass das Blut eindeutig vom St. Pöltner stammte. Außerdem erstellte ein Sachverständiger ein Gutachten, wie es um die Zurechnungs fähigkeit des Mannes zum Tatzeitpunkt stand. Fazit: „Sie waren beeinträchtigt, aber nicht komplett gaga“, formulierte es der Richter.

In seinem Plädoyer forderte der Staatsanwalt eine Verurteilung und wies in diesem Zusammenhang auch auf die „massive Vorstrafenbelastung“ hin.

Der Richter schickte den Einbrecher schließlich für ein Jahr hinter Schloss und Riegel, worauf sich der 31-Jährige begeistert zeigte: „Ich danke Ihnen für dieses milde Urteil“, sagte er. Auf eine Berufung verzichtete der Landeshauptstädter: „Wenn ich Rechtsmittel einlege, wird es auf jeden Fall mehr“, wusste er, was Richter und Staatsanwalt schmunzeln ließ. Denn: Der Strafrahmen beträgt bis zu drei Jahre, es gibt vier einschlägige Vorstrafen, zwei Bewährungsstrafen sind offen.

Der Richter ließ jedoch die Kirche im Dorf: „Es war eine unglaubliche Dummheit von Ihnen. Wir reden von sechs Flaschen Mineral wasser.“