Friseurinnen starten mit eigenen Salons. Friseurzunft wartet mit zwei neuen Mitgliedern in Harland und Oberradlberg auf. Beide erfüllten sich einen Traum.

Von Corinna Bergmann. Erstellt am 04. Februar 2021 (03:59)
Bettina Leitner betreibt ihren Salon im eigenen Haus. Das Bild entstand vor dem Lockdown.
privat

Eigentlich war es immer schon ihr Traum gewesen, einen eigenen Salon zu führen. Im November vergangenen Jahres war es dann so weit: Friseurmeisterin und Stylistin Annette Johann aus Ochsenburg übernahm die Friseurboutique Regina in Harland. Ihre Vorgängerin musste das Geschäft aufgrund eines Schicksalsschlags aufgeben und bot Johann die Übernahme des Ladens an. „Mein Vater ist schließlich auf ,Annette’s HAARland‘ gekommen“, sagt Johann.

Angestellte hat sie noch keine. Dazu seien die Zeiten zu unsicher. Sobald das Geschäft gut läuft, möchte sie aber jemanden einstellen. „Ich habe einen kleinen Sohn, für den ich mir genügend Zeit nehmen möchte“, betont sie. Eine besondere Vorliebe hat Johann für bunte Haarfarben, die ohnehin seit Längerem sehr gefragt sind. Dafür verwendet sie spezielle Produkte von Elumen ohne Peroxid und Ammoniak. Eines macht ihr jedoch Sorgen: Aufgrund ihrer Neueröffnung kurz vorm Lockdown hat sie nach der derzeitigen Rechtslage keinen Anspruch auf Umsatzersatz.

Friseurin Annette Johann freut sich auf Kundschaft.
Petra Johann

Etwa einen Monat später eröffnete Bettina Leitner in Radlberg ihren Salon „Bettinas Schnittwerk“ und erreichte mit diesem Schritt das wichtigste Ziel, das sie sich bereits als Lehrling gesetzt hatte. Da sie ihr Geschäft im eigenen Haus betreibt und vorerst ohne weitere Angestellte zu Werke gehen will, entfallen für sie Miet- und Lohnkosten, was zur Zeit des Lockdowns wenigstens ein kleiner Vorteil ist.

Termine kann man bei ihr bereits vereinbaren – allerdings hofft Bettina Leitner, dass sie auch wirklich am 8. Februar öffnen kann und keine der bereits vergebenen Termine verschieben muss.

„So betrachtet ist es eine ganz gute Zeit, denn die bestehenden Friseure haben schon genug Kunden und wahrscheinlich entsprechende Wartezeiten“, meint Leitner. Deshalb sei es sogar günstig, gerade jetzt in Zeiten von Corona einen Frisiersalon aufzumachen. „Die Chancen auf Kundschaft erhöhen sich“, ist sie überzeugt. Sämtliche Produkte, die sie für ihre neue Kundschaft bereitgestellt hat, sind naturbelassen.