Rätsel um Sprünge bei Covid-Zahlen in St. Pölten. St. Pölten hat seit fast 20 Tagen keine Neu-Infizierten. Kurzer Anstieg sorgte für Irritation.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 26. Mai 2020 (14:58)
Fotos: Andreas Prott/shutterstock.com (Corona, Hintergrund) bzw. shutterstock.com/manfredxy
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„St. Pölten ist coronafrei“, war die Jubelmeldung des Bürgermeisters am Montag. Laut Stadt datiert der letzte Fall einer Neuinfektion eines St. Pöltners vom 8. Mai. Jetzt ist auch dieser genesen.

Für Aufregung sorgten davor jedoch kurzfristig stark steigende Zahlen in der Corona-Statistik. Während der St. Pöltner Magistrat als Gesundheitsbehörde keine weiteren Fälle verbuchte, tauchten am Dashboard des Gesundheitsministeriums gleich 16 Neuinfektionen auf: drei neue Fälle am 15. Mai, zehn am 16. und drei weitere am 17. Mai.

„Kann an unterschiedlichen Meldezeitpunkten liegen“

Die Zahlen des Gesundheitsministeriums verunsicherten zahlreiche St. Pöltner, einige meldeten sich auch in der NÖN-Redaktion. Mittlerweile hat das Ministerium die Zahlen wieder revidiert. Nach dem Wochenende sanken die Zahlen auf dem Dashboard täglich, bis die Statistik wieder jener St. Pöltens glich. Die besagt, dass es bisher insgesamt 91 Covid-19-Fälle im Stadtgebiet gab, wobei eine infizierte Person verstarb und der Rest bereits genesen ist.

„Wir gehen davon aus, dass hier der Abgleich mit dem zentralen Melderegister erst verspätet erfolgt ist“, lautet die Erklärung aus dem Gesundheitsministerium.

Sollte ein Patient, dessen Adresse zunächst nicht bekannt ist, positiv getestet worden sein, werde die Landessanitätsdirektion in St. Pölten angegeben. Dadurch komme die Zuordnung zustande. Das bestätigt auch die Landessanitätsdirektion: „Das kann an unterschiedlichen Meldezeitpunkten liegen, es kann aber auch unterschiedliche Zuordnungen geben, etwa beim Wohnsitz eines Betroffenen.“

Für den Magistrat gibt es noch eine weitere Erklärung: Demnach wurden die Verwaltungsbezirke St. Pölten-Land und St. Pölten-Stadt nicht auseinandergehalten.