Derbe Drohungen nach Brunnen-Aktion am Europaplatz. „Treibgut“-Inszenierung brachte „Gutmenschen“ zahlreiche Hasspostings ein. Mitglieder fühlen sich dadurch bestärkt.

Von Mario Kern. Erstellt am 08. August 2018 (19:37)
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Dominik Paireder und Christa Fleck präsentierten die ausgedruckten Hasspostings beim Parque del Sol. „Wir nehmen nicht hin, dass Ausländerfeindlichkeit wieder salonfähig wird. Wir lassen uns unser buntes St. Pölten nicht schlechtreden.“

Brutale Facebook-Kommentare wie „Die Gutmenschen können mich am Arschlecken die Idioten die verfluchen da saufen soll die alle“ (sic) mussten die „St. Pöltner Gutmenschen“ nach ihrer Aktion am Europaplatz lesen. Die Gruppierung hatte im Brunnen das Flüchtlingssterben im Mittelmeer nachgestellt und mit einem Plakat auf „die hässlichen Bilder“ hingewiesen.

Von den Hasspostings und auch privaten Drohungen wollen sich die „Gutmenschen“ aber nicht verunsichern lassen. Gruppenmitglied Dominik Paireder fühlt sich angesichts der hasserfüllten Botschaften in ihren Bemühungen um Zivilcourage und Solidarität sogar noch bestärkt. „Wir alle stehen hinter unserer Aktion. Wir haben niemandem geschadet. Dass uns so viel Hass entgegenschlägt, wenn wir Solidarität mit Ertrinkenden zeigen, ist unglaublich.“

Nach dem Motto „Jetzt erst recht“ stellten die „Gutmenschen“ beim „Parque del Sol“-Symposium im Sonnenpark Screenshots der Beschimpfungen aus. „Wir wollen aufrütteln und aufzeigen, welche Hass-Stimmung herrscht“, so Paireder. Zuletzt stießen Mitglieder auf zwei Hakenkreuz-Schmierereien nahe der Josefskirche und hinter dem Hauptbahnhof und kommentierten sie mit „Gutmenschen“-Schildern.

Die „Gutmenschen“ möchten noch mehr St. Pöltner für Toleranz und Solidarität gewinnen. Bei ihrem nächsten Stammtisch im Vinzenz Pauli am Donnerstag, 9. August, ab 18.30 Uhr planen sie weitere Aktionen.