Alpenverein St. Pölten feiert besonderes Jubiläum. Der Alpenverein St. Pölten existiert seit 125 Jahren. Neben Bergsport betreuen Mitglieder Hütten und Wege des Vereins.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 26. März 2020 (03:52)
Die St. Pöltner Hütte am Felbertauern ist die älteste Schutzhütte des Alpenvereins St. Pölten.
Alpenverein St. Pölten

Eine Expansion auf vier Schutzhütten sowie ein mehr als 140 Kilometer langes Wegenetz und zehn verschiedene Obmänner – zu seinem 125-jährigen Jubiläum blickt der Alpenverein St. Pölten auf bewegte Zeiten zurück.

Der Erzählung nach saßen am 1. März 1895 sieben Männer im Jägerstüberl des Hotel Hügel zusammen. Gemeinsam gründeten sie eine Sektion des „Deutschen und Österreichischen Alpenvereins“ und wählten Karl Grimus von Grimburg zum ersten Obmann. Zur Jahrhundertwende erkor der Alpenverein St. Pölten das Gebiet des Felbertauern zu seiner Arbeitsgegend und entschloss sich, dort mit der St. Pöltner Hütte einen dauerhaften Stützpunkt zu schaffen. Außerdem legte er Wege zu benachbarten Hütten an, dem heutigen Berghotel Rudolfshütte im Osten und der Pragerhütte im Westen. Insbesondere die Errichtung des St. Pöltner Ostweges gilt als „alpinhistorische Glanzleistung“. Mit 22 Kilometern ist er der längste hüttenverbindende Steig in den Ostalpen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die Ortsgruppe Wilhelmsburg sowie zwei Schützhütten in der Region samt Zustiegswegen hinzu, das Otto-Kandler-Haus am Hohenstein und die Steinhofberghütte am Muckenkogel.

Vier Hütten und rund 140 Kilometer Weglänge

Mittlerweile betreut der Alpenverein St. Pölten zwei Hütten und mehr als 50 Kilometer Wege im niederösterreichischen Voralpengebiet und zwei Hütten samt rund 90 Kilometern hochalpiner Steige in der Granatspitzgruppe. Ob das Erneuern von Markierungen oder das Beseitigen umgestürzter Bäume – zahlreiche Ehrenamtliche kümmern sich um den Erhalt der Wanderwege. „In hunderten Touren haben bestens ausgebildete Tourenführer unsere Mitglieder und Gäste durch alle Jahreszeiten begleitet und sicher in die Bergwelt geführt“, blickt Ehrenvorsitzender Friedrich Striberny zurück. Dank der Spitzenalpinisten Kurt und Ingrid Ring sei die hiesige Jungmannschaft in den Fünfzigern weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gewesen. Auch heute gelte der Jugendarbeit, deren Angebot vom Rafting bis zum Eisklettern reicht, besonderes Augenmerk.

Aktuell zählt der Bergsportverein rund 2.700 Mitglieder. Gemessen an Mitgliederzahlen ist St. Pölten die drittgrößte Sektion des Alpenvereins in Niederösterreich.