Kulturbetrieb in der ganzen Stadt. St. Pöltner öffnen am letzten September-Samstag ihre Tore für Musik, Literatur, Kabarett und gute Unterhaltung.

Von Beate Steiner. Erstellt am 19. September 2019 (03:12)
Beate Steiner
Patrizia Liberti (5. von links) mit Helfern, Sponsoren und Höfebesitzern, ohne die St. Pöltens schönstes Kulturfest nicht möglich wäre. Das Fest wird unterstützt vom Land NÖ, dem Bundeskanzleramt, dem Kulturamt und dem Tourismus St. Pölten, der Sparkasse NÖ Mitte West AG, Porsche St. Pölten, EVN, Kabelplus, der Arbeiterkammer NÖ, der Wiener Städtischen Versicherung, Klenk & Meder, Fischer Entsorgung, Alpenland, Optik Bacik, Wimberger Haus, Europlasma, Schirak Automobile, der Bühne im Hof, der Plattform STP 2020, Cinema Paradiso, Musik aktuell, dem Fahrradkurier, Popcorn vom Nikolaus und den Freunden der Kultur.   

„Es ist Höfefest-St. Pölten-Zeit“, strahlt Patrizia Liberti, die seit vergangenem Jahr das innerstädtische Kulturfest formt und es heuer sogar zum kleinen Höfefestival macht: 24 Acts locken am Samstag, 28. September, zu 15 Locations, ein zusätzliches Vorabend-Konzert am 27. September mit „Please Madam“ ins Cinema Paradiso. Im Programmkino setzt dann auch Liedermacher Felix Kramer mit einem Konzert den musikalischen Schlusspunkt des Höfefest #22.

Dazwischen gibt es viel zum Sehen, Hören und Genießen: Opfekompott bringen zum Start musikalische Pielachtaler Geschichten in den Turek-Hof am Herrenplatz.

Nicht nur lokale Gäste hat Patrizia Liberti eingeladen: Marco Mencoboni, einer der weltbesten Cembalospieler, gibt ein Konzert in der Mary-Ward-Kirche. Auch Klassik kommt zum Höfefest, schlägt die Brücke zum Barockfestival: Das Projekt „From Händel to Hendrix“ von Lautenist Lee Santana ist im Steingötterhof zu hören, mit Sängerin Natasa Mirkovic. Die steht auch mit Tuba-Spieler Jon Sass auf der Bühne, im pflanzengeschmückten Adam-Hof.

Arzt Andreas Adam, selbst Musiker, lädt das Höfefest Jahr für Jahr ein. Weil es da manchmal regnet, sind die Besucher schon öfter in Andreas Adams Wohnzimmer gesessen und haben zum Beispiel Klezmer reloaded gelauscht.
Warum er mitmacht? „Das ist für mich eine Win-win-Situation. Ich muss einmal im Jahr zusammenräumen, meine Lebensgefährtin und mein Bruder helfen mir dabei.“ So trimmte er den Hof auch mit Wasserpfeifen auf Levante-Flair, als Sigi Finkel mit seinem African Project zu Gast war. „Das war dann ein Gesamtkunstwerk.“

„Kultur in der Region muss spürbar, erlebbar und fühlbar sein. Dafür leistet das Höfefest einen Beitrag.“ Patrizia Liberti, Organisatorin

Seit Anfang Gastgeber beim Höfefest sind auch die Ärzte Sybille Wöss-Siegel und Jochen Siegel. „Weil es schön ist, bei einem der wenigen qualitativ hochwertigen Veranstaltungen in der Stadt dabei zu sein.“ Im Siegel-Wöss-Hof treten heuer „Zweite Kassa, bitte!“ auf, zum zweiten Mal. Ein Novum. Patrizia Liberti hat die heimischen Musikkabarettisten nochmals eingeladen, weil sie den vorjährigen Auftritt versäumt hat: „Das war mir ein Herzenswunsch und ist daher ein Liberti-Termin.“

Warum sie sich fürs Höfefest engagiert? „Solche Veranstaltungen sind wichtig für die Entwicklung einer Stadt auf allen Ebenen, auch kulturell. Und es ist für die Kulturpolitik eines Landes ganz wichtig, dass wir nicht nur die Spitze haben und fördern, sondern auch die vielen regionalen und lokalen Initiativen.“ Nur aus beiden Teilen kann eine lebendige und aufregende Kulturlandschaft wachsen, ist Liberti überzeugt. „Kultur in der Region muss spürbar, erlebbar und fühlbar sein. Dafür leistet das Höfefest einen wesentlichen Beitrag.“
Das gesamte Programm gibt es auf www.hoefefest.at