Pflanzen im Glas aus der "St. Pöltner Glanzstoff". In Werkstatt der ehemaligen Glanzstoff wird an Hermetosphären gearbeitet.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 02. Juni 2020 (17:00)
Christian Lakatos (links) und Harald Reiterer präsentierten den Investoren von 2 Minuten 2 Millionen ihr Projekt „neutos“.
puls4.com/neutos

 Seit zwei Jahren basteln Christian Lakatos und Harald Reiterer im ehemaligen Magazin der St. Pöltner Glanzstoff an ihrer Pflanzen-Hermetosphäre – eine abgeschlossene Glaskonstruktion mit Lampe. Ihre Idee stellten die beiden zuletzt bei der Puls4-Fernsehshow 2 Minuten 2 Millionen vor.

Bisher tingelte Lakatos als Musikmanager durch die Welt. Seine Zimmerpflanzen überlebten die einsame Zeit zu Hause meist nicht. Genau das brachte den gebürtigen Pöchlarner auf die Idee, lebende Pflanzen in Glas dauerhaft zu verschließen, ohne sich darum kümmern zu müssen.

NOEN

Er las sich in die Arbeiten von Nathaniel Bagshaw Ward ein, der bereits im 19. Jahrhundert Flaschengärten entwarf. „Unsere Hermetosphären sind im Gegensatz dazu aber wirklich von der Außenwelt abgeschlossen“ erklärt Lakatos. Über einen Magnetputzer wird die Glasfläche innen gereinigt, Licht kommt von einer 1,5 Watt LED-Lampe. Diese bildet in Verbindung mit einem Micro-Controller das Herzstück der Konstruktion. Die Pflanzen stecken in einer Schale mit speziellem Substrat. „Wir lassen alle Pflanzen etwa vier Wochen anwachsen, danach kann man die Lampe sogar auf den Kopf stellen und es wird nichts herausfallen“, versichert Lakatos. Nach dieser Testphase könne man auch sicher sein, dass sich keine Schädlinge in der Hermetosphären befinden. Die Kombination der Pflanzen gehörte zu einer der großen Herausforderungen. Fast ein halbes Jahr tüftelte das Duo alleine daran. Durch geringe Nährstoffzugabe bleiben die Pflanzen zwar frisch, wachsen aber nur sehr langsam. Lakatos rechnet mit etwa zehn Jahren, bis das obere Glasende erreicht wird.

Wasser erhalten die Pflanzen durch Dampf, der am Glas kondensiert und wieder auf das Grün „regnet“. Eine Sonde regelt das Klima innerhalb des Systems, so wird auch Beschlag verhindert. Neben den vielen technischen Finessen ist auf der Konstruktion eine Lampe aufgesetzt. Diese macht die Hermatosphäre zu einer Standlampe.

Die Investoren der Show waren begeistert. Florian Gschwandtner bezeichnete die Hermetosphäre etwa als sehr interessantes Produkt und als „Eyecatcher“. Lakatos und Reiterer pokerten bei den Angeboten hoch, vorerst stieg niemand darauf ein. „Die Sendung hat dennoch für viel Interesse gesorgt. Wir haben seither viele Gespräche geführt und wir können uns auf die Zukunft freuen“, ist Lakatos optimistisch.