Quantensprung bei Leiner/Kika. CEO Reinhold Gütebier über den Aufschwung beim traditionsreichen Möbelriesen und den Umbau des Stammhauses in St. Pölten

Von Beate Steiner. Erstellt am 22. Oktober 2020 (05:33)
Reinhold Gütebier ist CEO der Leiner/Kika-Gruppe und saniert den Möbelkonzern erfolgreich seit zwei Jahren.
Leiner

Im Leiner-Stammhaus am Rathausplatz hat der Abverkauf bereits begonnen – als Start für eine neue Leiner/Kika-Zukunft in der Landeshauptstadt. Und die schaut rosig aus, hat doch der Konzern die beiden letzten Geschäftsjahre erfolgreich abgeschlossen, bestätigt Geschäftsführer Reinhold Gütebier.

NÖN: Der Abverkauf im Leiner-Stammhaus ist ein besonderer für die St. Pöltner. Hier entsteht letztendlich etwas anderes als das, was sie gewohnt waren.
Reinhold Gütebier: Bis Ende Jänner verkaufen wir am Rathausplatz als vorgezogenen Saisonschlussverkauf alles ab. Einerseits das Sortiment aus der Ausstellung, andrerseits Artikel vom Lager. Das sind Möbel und auch Raumausstattungssortimente, also Glas, Porzellan, Heimtextilien und Leuchten. Nach dem Umbau entsteht hier ein kleinerer Standort auf rund 3.000 Quadratmetern, der spezialisiert ist auf Küchen, Kochutensilien und Glaswaren – alles im gehobenen Segment. Wir grenzen uns damit vom Mitbewerb ab.

Können Kunden jetzt noch Ware mit längerer Lieferzeit bestellen?
Alles, was jetzt bei Leiner bestellt wird, wird unbegrenzt bei Kika ausgeliefert. Kika wird die Nahversorger-Lücke schließen, die Leiner hinterlässt. Die Kika-Filiale wird Anfang nächsten Jahres bei laufendem Betrieb komplett umgebaut, runderneuert, erweitert und modernisiert, das Angebot wird mit hochwertigem Leiner-Sortiment ergänzt. Wenn alles fertig ist, werden wir sehr präsent sein.

Kika wird die Nahversorger-Lücke schließen, die Leiner hinterlässt

Werden Sie sich im Zuge der Umstrukturierung von Mitarbeitern trennen?
Im Gegenteil. Wir haben alle Mitarbeiter des Stammhauses in umliegenden Filialen untergebracht. Und wir haben österreichweit 200 neue Arbeitsplätze geschaffen. Dabei arbeiten wir eng mit dem AMS zusammen. Wir werden auch künftig vor allem ältere Menschen über 50 Jahren aus der Arbeitslosigkeit holen. Denn beim Verkauf spielt Erfahrung eine große Rolle.

Die Geschäfte gehen gut bei Kika/Leiner, auch im Corona-Jahr.
Reisen konkurriert mit der Einrichtungsbranche. Die Menschen reisen weniger, davon profitieren wir. Bereits zwei Monate nach dem Lockdown hatten wir den Corona-Schaden aufgeholt.

Was trägt zum guten Geschäftsergebnis bei?
Kika/Leiner ist auf der Erfolgsspur. Wir haben bereits das zweite herausragende Geschäftsjahr abgeschlossen. Wichtig dabei war unsere Zwei-Marken-Strategie. Wir haben in unsere Mitarbeiter investiert, diese motiviert, und wir haben einen Quantensprung sowohl im Marketing als auch in der Präsentation gemacht.

Kika/Leiner ist auf der Erfolgsspur

Wie präsentiert sich der Möbelkonzern jetzt und in Zukunft?
Wir haben die Werbung ins Haus geholt und wir zeigen aktuelle Einrichtungsideen mit lebensnaher Dekoration. Damit erzeugen wir bei den Kunden ein Will-haben-Gefühl. Wenn ich dem Online-Handel Paroli bieten will, muss ich Stimmung und Inszenierung schaffen.