In Quarantäne: Netflix und Yoga statt Strand und Meer. St. Pöltnerin und gebürtige Kirchstettnerin mussten Traumurlaub abbrechen. Nun kämpfen sie gegen Jetlag und Langeweile.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 21. März 2020 (10:40)

Eigentlich sollten Erna Kazic und Pia Götzinger derzeit am Strand sitzen, Cocktails schlürfen und ihre Zeit am indonesischen Traumstrand auf Bali verbringen. Stattdessen kämpfen sie gegen den Jetlag an, schauen Serien auf Netflix und versuchen die Zeit totzuschlagen. Mit einem der letzten Flieger schafften sie es noch rechtzeitig aus dem Urlaubsparadies nach Hause.

Sechs Wochen lang sollte der Urlaub der beiden dauern. Monatelang haben sie darauf hingefiebert und zunächst lief auch alles nach Plan. Die ersten beiden Wochen verbrachten Kazic und Götzinger in Vietnam. „Dort war vom Coronavirus überhaupt nichts zu bemerken. Auch danach auf Bali zunächst nicht“, erklärt Kazic. Doch dann auf einmal kam Unruhe im Paradies auf. „Wir haben natürlich die Geschehnisse in Österreich mitverfolgt, wollten aber zunächst noch Ruhe bewahren“, so Kazic.

Als die österreichische Bundesregierung dann die Maßnahmen präsentierte und das Außenministerium urlaubenden Österreichern empfahl, nach Hause zu kommen, kam auch bei Kazic und Götzinger Unruhe auf. Sie kontaktierten die österreichische Botschaft und versuchten einen Flug nach Hause zu buchen. „Das war alles andere als einfach. Die Touristen aus den Niederlanden und Deutschland wurden schon nervös. Viele Flüge wurden plötzlich abgesagt“, berichtet Kazic. Die beiden hatten aber Glück, sie buchten einen Flug über Doha, Singapur war mittlerweile gesperrt.

Am Flug selbst sei aber alles ganz normal gewesen, so Kazic. Erst in der Ankunftshalle in Wien war es für die beiden seltsam. „Wir waren insgesamt sechs Wochen weg und es war schon traurig, als uns unsere Eltern nicht abholen konnten. Der Flughafen war auch ungewöhnlich ruhig und leer“, beschreibt Kazic.

Für die beiden hieß es dann „ab in die Quarantäne“. Die Eltern hatten zuvor eine Wohnung in Wien mit ausreichend Essen gefüllt, sodass die beiden nicht einkaufen gehen mussten. „Indonesien war zu dem Zeitpunkt unserer Landung noch gar nicht auf der Liste der gefährdeten Länder. Wir gingen aber dennoch freiwillig in Quarantäne“, berichtet Kazic.