Aus Uniklinik entkommen: Flucht von Schlepper-Millionär zu Ende

Erstellt am 13. Mai 2022 | 11:17
Lesezeit: 3 Min
 Universitätsklinikum St. Pölten
Während der ambulanten Versorgung im Universitätsklinikum ist ein Rumäne Ende 2020 geflohen. Nun wurde der Kopf einer 200-köpfigen Schlepperbande in seiner Heimat gefasst.
Foto: NÖN
Auf spektakuläre Weise war ein heute 28-Jähriger während einer Untersuchung im St. Pöltner Spital aus Gewahrsam entwischt. Jetzt ist der Kopf einer Schlepperbande gefasst. Seine Organisation soll mehr als 36.000 Menschen geschleppt und damit mehr als 150 Millionen Euro verdient haben.
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Für viel Aufsehen hatte die Flucht von Nicu Gavril O. Ende November 2020 in St. Pölten gesorgt. Hier saß er eigentlich bereits in Haft. Während einer ambulanten Behandlung im Universitätsklinikum riss er sich los und flüchtete. Sogar Warnschüsse fielen, aber der Rumäne  konnte - mit Hilfe mittlerweile verurteilter Komplizen - entkommen. Jetzt ist klar: Der heute 28-Jährige ist Kopf einer der größten Schlepperbanden, die in den vergangenen Jahren in Österreich aktiv waren.

Bei Millionen-Geschäft auch Tote in Kauf genommen

Mehr als 36.000 Menschen soll die Organisation geschleppt haben. Über 150 Millionen Euro sollen die Kriminellen kassiert haben. Mehr als 200 Personen sind nach monatelangen Ermittlungen nun festgenommen worden. "Einen der größten Erfolge im Kampf gegen die Schlepper-Mafia", präsentierte nun Innenminister Gerhard Karner mit NÖ-Landespolizeidirektor Franz Popp und  dem burgenländischen LKA-Leiter Gerhard Braunschmidt.

Geschleppt wurden großteils Syrer, darunter auch viele Kinder. Die meisten wollten nach Deutschland, die Benelux-Länder oder Frankreich. Auch ein Kleintransporter, in dem im Oktober zwei Menschen erstickt waren, wird der Organisation zugerechnet. Der 19-jährige Fahrer wird sich auch wegen Mordes verantworten müssen. Ein weiteres Bandenmitglied schoss im Jänner auf einen Grundwehrdiener im südlichen Burgenland.

Bandenchef erwartet Verfahren in Rumänien

In Zusammenarbeit mit den rumänischen Behörden wurde vergangene Woche wurde nun auch der einst aus St. Pölten geflüchtete Bandenchef gefasst, berichtete Popp. Das Verfahren wird nun in Rumänien abgehandelt. Über eine mögliche Auslieferung entscheidet dann die Justiz, ergänzt Braunschmidt.

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