St. Pöltner Reisebüros & Corona: „Sind nur Passagiere“. Die einen hoffen auf Grenzöffnung und Flüge, die andern setzen auf Österreich-Touren.

Von Beate Steiner. Erstellt am 27. Mai 2020 (05:31)
Freuen sich, wenn sie den Gärtner-Kunden wieder Reisen in alle Welt anbieten können: Yvonne Neffati, Manuela Pechacek, Niclas Wright.
Steiner

Reisebüros sind ganz besonders betroffen von den globalen Auswirkungen der Corona-Pandemie: Keine Einnahmen, weil Buchungen für Urlaub in fernen Ländern in weite Ferne gerückt sind. Und bereits gebuchte Reisen mussten wegen geschlossener Grenzen und fehlender Flieger rückabgewickelt werden.

„Es gibt gute Jahre und schlechte Jahre. Jetzt stehen wir die schlechte Zeit gemeinsam durch.“Niclas Wright von Gärtner Reisen

„Wir hoffen, dass das bald vorbei ist, ewig halten wir das nicht durch“, sagt Niclas Wright, Geschäftsführer von Gärtner Reisen. Alle seine Mitarbeiter sind seit März in Kurzarbeit. „Das bin ich ihnen schuldig. Es gibt gute Jahre und schlechte Jahre. Jetzt stehen wir die schlechte Zeit gemeinsam durch.“

Und die Zeiten werden bereits besser. Seit Mitte Mai hat das Reisebüro in Bahnhofsnähe wieder geöffnet, vereinzelt kommen Kunden. Wenige stornieren ihre bereits gebuchten Urlaube. „Die meisten unserer Stammkunden buchen um auf nächstes Jahr, oder eine derzeit mögliche Destination. Zum Beispiel verbringt ein Kunde demnächst seinen Urlaub statt auf Mallorca im Weißen Rössl am Wolfgangsee. Mit demselben Veranstalter, zum selben Preis.“

Niclas Wright ist überzeugt, dass demnächst beliebte Urlaubsziele der St. Pöltner wieder angeflogen werden können, wenn etwa Griechenland und Kroatien die Grenzen öffnen und Flüge angeboten werden. „Ich denke, auch die Balearen werden dann schon ein mögliches Ziel sein.“ Der Reiseprofi hat seinen Flug nach Ibiza Mitte Juli jedenfalls noch nicht storniert: „Die Lufthansa wird fliegen.“ Die Flüge für Businesskunden haben bereits abgehoben – überall dorthin, wo es bilaterale Abkommen gibt.

Optimistische Reiselustige setzen auf die kommenden Herbstferien, andere buchen bereits ihren Urlaub für nächsten Sommer. „Ein Kunde hat auch schon eine Kreuzfahrt für 2022 fixiert“, erzählt Niclas Wright, der meint: „Wir wissen nicht, wie es weitergeht, wir sind auch nur Passagiere.“

Urlaub und Reisen im eigenen Land

Österreich-Angebote als Alternative zu Fernreisen hat man sich im Reisebüro Gärtner zwar überlegt, „aber das sind nicht wir“, sagt der Geschäftsführer. „Unsere Kunden organisieren sich Aufenthalte in Österreich selber, weil es da keine Sprachbarrieren gibt.“

Kneissl-Touristik hat im Gegensatz zu Gärtner Reisen ein kleines Österreich-Programm zusammengestellt, als Alternative zu den üblicherweise angebotenen Fernreisen. „Das sind Studienerlebnisreisen und Kulturreisen, etwa ‚Auf den Spuren der Babenberger‘ oder ‚Naturjuwele im Pinzgau‘“, erklärt Sabine Schaller von Kneissl-Touristik.

Gereist wird mit dem Bus. „Das ist auch unter Corona-Bedingungen kein Problem“, ist Schaller überzeugt. Wie das dann mit den Gruppen bei Führungen und in den Hotels passiert, „das wird peu a peu entschieden“, so Schaller.

Die Österreich-Reisen sollen eine feine Ergänzung zum gewohnten Angebot von Kneissl sein, Fernreisen und Europareisen bleiben im Programm. „Wir hoffen natürlich, dass wir heuer schon Reisen für 2021 verkaufen“, sagt Sabine Schaller. Vor Ort im Reisebüro möglich ist das ab 2. Juni.

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