Vom Flüchtling zur Autohaus-Fachkraft. Erst drei Jahre in Österreich, gut in der Schule und der Werkstatt: Ibrahim Hosho ist für Chef Werner Blum Vorzeige-Lehrling.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 08. Mai 2019 (16:11)
Lisa Röhrer
Stolz auf seinen Lehrling Ibrahim Hosho ist Autohaus-Chef Werner Blum.

Mit Geschick schraubt Ibrahim Hosho am Auto, steckt Reifen um oder prüft die Elektronik: Der 18-Jährige, der vor drei Jahren von Syrien nach Österreich flüchtete, stellt sich bei seiner Lehre im Autohaus Blum gut an.

Die erfolgreiche Arbeit bestätigt nun auch sein erstes Berufsschulzeugnis. „Ibrahim ist das beste Beispiel für mich, dass man mit Integration 20 Mal mehr erreicht. Er hat schnell Deutsch gelernt, ist engagiert und in der Firma beliebt“, lobt Werner Blum.

Der Autohaus-Chef ist überzeugt, dass man – gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels – auch Asylwerbern eine Ausbildung ermöglichen sollte. Die Bewerbung des Burschen hatte er 2017 auf dem Tisch. „Das war gerade zur großen Migranten-Hysterie. Ich habe sie gelesen und mich gefragt, warum man diesem Menschen nicht dieselbe Chance geben sollte wie einem anderen“, erinnert sich Blum.

„Ich wollte immer Kfz-Techniker werden wie mein Vater. Auch wenn ich in der Berufsschule immer mehr lernen muss als die anderen, das ist mir wichtig“

Eineinhalb Jahre später sitzt Hosho freudestrahlend neben seinem Chef. „Ich wollte immer Kfz-Techniker werden wie mein Vater. Auch wenn ich in der Berufsschule immer mehr lernen muss als die anderen, das ist mir wichtig“, erzählt der junge Mann.

NOEN
Schlossen gerade ihre Lehre ab: Paul Gral und Shamil Asukanov.

„Ibrahim hat Asyl beantragt. Wir werden ihn unterstützen“, verspricht Blum, der bereits über 80 Lehrlinge ausbildete – gerade erst schafften Paul Gral und Shamil Asukanov ihren Abschluss. Diese Kräfte zu halten, sei auch in seinem Interesse, erklärt der Unternehmer. „80 Prozent unserer Mitarbeiter haben schon bei uns gelernt. Sie sind natürlich die Besten.“