Bauträger und Bauherrn befürchten Baustopp in der Stadt. Verunsichert sind einige Bauträger und auch so manche Häuslbauer in der Landeshauptstadt. Denn seit Anfang Mai gilt eine Bausperre in der Katastralgemeinde St. Pölten, also praktisch im ganzen Stadtgebiet von Spratzern bis Viehofen und von Wagram bis zum Friedhof.

Von Beate Steiner. Erstellt am 04. September 2018 (04:13)
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Diese hat zur Folge, dass zum Beispiel Baufirmen bei Nachfrage vom Magistrat mitgeteilt wird, dass erst ein Gutachten darüber entscheidet, ob und wann das Projekt ihres Kunden realisiert werden kann.

Das belastet auch Manfred Wohlmetzberger. Der Immobilienentwickler befürchtet, dass seine Bauvorhaben in der Schneckgasse und in der Körner-Straße verzögert werden: „Die Unsicherheit ist eine Katastrophe für uns. Die Kredite laufen, wir müssen das alles finanzieren, ohne zu wissen, wie es weitergeht. Und wir haben ja auch schon Aufträge an Baufirmen vergeben.“ Ähnliche Sorgen plagen Michael Miksch, der den Neugebäudeplatz beleben will und nicht genau weiß, wann er mit dem Projekt starten kann.

„Die Umsetzung von Bauvorhaben ist trotz Bausperre grundsätzlich möglich"

Stadtplaner Jens de Buck und Andreas Brunner vom Bauamt beruhigen: „Die Umsetzung von Bauvorhaben ist trotz Bausperre grundsätzlich möglich. Gleichzeitig ist aber gewährleistet, dass künftige Schutzzonen jetzt schon eingehalten werden.“ Durch diese Zonen soll die stadtbildprägende Bausubstanz erhalten bleiben. „Auch wertvolle Siedlungsgefüge, ortsbildprägende Gebäudestrukturen und charakteristische Straßenzüge mit hohem Identifikationspotenzial sollen geschützt werden“, so de Buck.

In der laufenden Praxis habe sich die Abwicklung schon gut eingespielt, betont Andreas Brunner. Bei einem Antrag wird zunächst geprüft, ob der Bau einer künftigen Schutzzone widersprechen könnte. Wenn nicht, wandert der Antrag zur Baupolizei. Sollte das äußere Erscheinungsbild eines Objekts verändert werden, erstellt die Behörde zuvor ein Ortsbildgutachten. „In den meisten Fällen ist schnell klar, dass es kein Problem mit der beabsichtigten Schutzzone gibt. Dann kann der Antrag bewilligt werden“, erklärt Andreas Brunner.

Bei Neubauprojekten in größerem Ausmaß wird zur Beurteilung ein unabhängiges Gremium bestellt. Das kann ein städtebauliches Wettbewerbsverfahren sein oder ein Gestaltungsbeirat. „Letztlich geht es um die Sicherstellung einer bestmöglichen architektonischen Bau-Qualität, die einem attraktiven Stadtbild gerecht wird“, betont Stadtplaner de Buck.